Bezahlen per Handy: Eco-Verband kritisiert mangelnde Innovationskraft deutscher Banken

Mittwoch, 27. Juli 2011
Ecos Mobile-Expertin Bettina Horster ruft deutsche Banken zu mehr Innovationen auf
Ecos Mobile-Expertin Bettina Horster ruft deutsche Banken zu mehr Innovationen auf

Deutschland ist europaweit der größte Markt für Smartphones, doch mobile Banking-Dienste haben es in der Bundesrepublik schwer: Nach einer Erhebung des Eco Verbands für Internetwirtschaft zögern deutsche Kreditinstitute bei der Einführung mobiler Zahlungsabwicklung (M-Payment) - obwohl das Marktpotenzial enorm ist. Der Verband beruft sich auf Zahlen des Marktforschungsunternehmens Gartner, das für das Jahr 2011 weltweit Umsätze von 86 Milliarden Dollar im Bereich mobiler Bezahlvorgänge erwartet. Zu den treibenden Kräften werden laut Eco jedoch keine Banken gehören. Laut Expertenumfragen, so der Verband, werden Entwickler von Smartphone-Betriebssystemen und Internetdienstleister den M-Payment-Trend vorantreiben.

Die Banken agierten zurückhaltend, da Entwicklungs- und Investitionskosten im mobilen Zahlungsmarkt sich erst mittelfristig rentierten: Nach Ansicht der meisten Experten sei M-Payment erst in vier bis fünf Jahren flächendeckend als Zahlungsmethode akzeptiert. Statt der Kreditinstitute wagten laut Eco andere Anbieter wie der Bezahldienst Paypal Vorstöße im Bereich M-Payment. Auch Google habe in den USA in mehreren Testregionen bereits Empfangsstationen für mobiles Bezahlen eingerichtet.

Für Bettina Horster, Vorstand des Mobilemedia-Unternehmens Vivai AG und Direktorin Mobile bei Eco, geht von deutschen Banken keine große Innovationskraft aus: "Wir nehmen kaum Impulse aus dieser Richtung wahr. Seit der Einführung der EC-Karte haben die Banken ihren Kunden  nur sehr wenig Neues geboten. Erst haben sie den Trend zur Internetzahlung verschlafen, jetzt verpassen sie die Einstiegschance beim Handy." ire
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