Bewegtbildwerbung: Plattformbetreiber suchen nach intelligenten Werbeformen

Freitag, 28. Mai 2010
Youtube-Sales Manager Sebastian Vieregg auf dem 2. Deutschen Online Marketing Kongress
Youtube-Sales Manager Sebastian Vieregg auf dem 2. Deutschen Online Marketing Kongress

Videocontent ist im Internet auf dem Vormarsch. Bei der Werbevermarktung sind die Plattformbetreiber jedoch nach wie vor dabei, die für Betreiber, Kunden und Nutzer attraktiven Formate auszuloten. Dies bestätigen die Referenten der Bewegtbild-Session des 2. Deutschen Online Marketing Kongresses in Wiesbaden. Sebastian Vieregg, Sales Manager Youtube, skizziert das rasante Wachstum von Videocontent auf Youtube.de - sowie dessen Nutzung, die laut Agof Ende 2009 18,2 Millionen Unique User erreichte. Dennoch konzentriert sich die Google-Tochter bei der Vermarktung auf die "brandsafe Umfelder", also die Inhalte von inzwischen 100 Premium-Partnern, da nur diese einen für Werbekunden dauerhaft berechenbaren Rahmen bieten. Und größere Chancen bieten, dass ihre Inhalte in der unüberschaubaren Masse an Videos auch gefunden werden. Nicht zuletzt wegen der problematischen Vermarktbarkeit von User generated Content verzichtet das Portal T-Online weiterhin weitgehend auf derartige Inhalte, wie Portalmanager Markus Alexander Fischer auf dem von HORIZONT und The Conference Group veranstalteten Online Marketing Kongress ausführt.

Vieregg sieht Youtube als ideale Ergänzung zu TV-Werbung. Beispiel Immoscout: Über TV-Spots erzielte das Immobilienportal laut GfK Media Efficiency Panel eine Werbereichweite von 36 Prozent, über Youtube von weiteren 16 Prozent, was 6,7 Millionen Personen entspreche. "Die Schnittmenge mit TV war relativ gering, so dass via Youtube Kontakt zu 4,3 Millionen zusätzlichen Personen herstellte", bilanziert Vieregg. Noch sei es auch so, dass Werbung in Onlinevideos im Vergleich zu TV eine höhere Aufmerksamkeitswerte erziele, was auch der Werbeerinnerung und den Auswirkungen auf Kaufabsicht und Weiterempfehlung zugute käme.

Tape-TV-Gründer Conrad Fritsch schränkt indes ein, dass eine reine Übertragung von TV-Werbung ins Netz auf Dauer nicht ausreiche. "Wir müssen uns neue kreative Formate für Bewegtbildwerbung ausdenken", fordert der CEO des Web-TV-Musiksenders. Die Plattformbetreiber seien aufgefordert, die Kommunikationsziele der Kunden aufzugreifen und weiterzudrehen. "Es kommt darauf an, eine Story zu entwickeln und Buzz zu erzeugen", sagt Fritsch und verweist auf ein Projekt mit dem Kunden Köstritzer.  Die Schwarzbiermarke setzt in ihrer Kommunikation stark auf Musik und ist unter anderem Sponsor des Echo Award. Tape TV hat im Vorfeld des Echo 2010 nun mit Köstritzer einen Bandwettbewerb inszeniert und diesen mit dem Köstritzer Echolot-Channel begleitet - inklusive Blog- und Twitter-Aktivitäten. Um derartige Konzepte für Kunden realisieren zu können, hat tape TV eine Marketingabteilung aufgebaut. Ob sich der Aufwand angesichts der aufgerufenen Budgets auch für den Sender auf Dauer lohnt, wird sich jedoch noch zeigen müssen. joz
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