Bertelsmanns Ausstieg aus den Digital-TV-Plänen mit Kirch-Gruppe ist offenbar besiegelt

Freitag, 20. März 1998

Überraschend bittet der Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Dr. Mark Wössner, am Montag zueinem Pressegespräch. Dort, so heißt es offiziell, wird Wössner „eine unternehmensstrategisch wichtige Entscheidung" bekanntgeben. Am Montag, so sind Insider überzeugt, wird der Ausstieg des Konzerns aus den Digital-TV-Plänen mit der Kirch-Gruppe offiziell. Gerüchten zufolge hatten die Gütersloher nur einen Grund zum Ausstieg gesucht. Diesen hat EU-Wettbewerbskommissar Karel van Miert mit seinem Veto zur bislang von Bertelsmann und Kirch vorgelegten Form der Digital-TV-Kooperation jetzt offenbar gegeben. Van Miert hatte den Konzernen eine Liste mit zu klärenden Fragen zukommen lassen und noch im März die Antwort und Lösungen verlangt. Der EU-Kommissar sieht mit den gemeinsamen Plänenvon Bertelsmann und Kirch zum Ausbau des Pay-TV-Senders Premiere die Gefahr für ein ein Abo-TV-Monopol in Deutschland. Probleme hat van Miert unter anderem mit der D-Box, die seiner Meinung nach keinen diskriminierungsfreien Zugang von ARD und ZDF zuläßt und dem riesigen Programmvorrat beider Konzerne..
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