Bertelsmann will Börsengang nicht unbedingt verhindern

Mittwoch, 24. Mai 2006

Bertelsmann hat nicht auf jeden Fall vor, den Gang an die Börse zu verhindern. Doch die Stimmrechtsmehrheit müsse erhalten bleiben. Wie die Sprecherin der Eignerfamilie, Liz Mohn, gegenüber der "Financial Times Deutschland" erklärte, habe ihre Familie die klare Haltung, "dass es für externe Investoren bei einer Grenze von maximal 25 Prozent bleibt". Das könne ein Aktionär wie Albert Frère und die Groupe Bruxelles Lambert (GBL), aber auch Tausende von Einzelaktionären sein. Die Unternehmensstruktur lasse sich nur mit einer Dreiviertelmehrheit bewahren. Ob Bertelsmann dabei an der Börse notiert sei oder nicht, spiele eine "untergeordnete" Rolle. Frère hält zurzeit 25,1 Prozent von Bertelsmann. Seit Anfang der Woche kann der Minderheitsaktionär die Option wahrzunehmen, seine Anteile an die Börse zu bringen und unter Umständen in gleichwertige Realbeteiligungen umzuwandeln. Der Wert des Pakets wird je nach Partei unterschiedlich veranschlagt und mit 3,5 Milliarden Euro beziehungsweise 5 Milliarden Euro gehandelt.

Durch einen Rückkauf der GBL-Anteile müsste Bertelsmann womöglich einen Milliardenkredit aufnehmen, der die Bonitätswertung des Konzerns gefährden könnte. Es werde auch in in Erwägung gezogen, den zum Unternehmen gehörenden Musikverlag BMG Music Publishing zu verkaufen. gen

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