Bertelsmann steigt bei italienischer Investmentfirma H-Farm ein

Mittwoch, 26. Oktober 2011
Bertelsmann investiert wieder verstärkt in neue Geschäftsfelder
Bertelsmann investiert wieder verstärkt in neue Geschäftsfelder


Bertelsmanns Venture-Capital-Fonds beteiligt sich an der italienischen Investmentfirma H-Farm, die ihrerseits Beteiligungen an 24 Start-ups hält. Bertelsmann Digital Media Investments (BDMI) stellt mit anderen Partnern fünf Millionen Euro Euro bereit. Mit der Beteiligung will sich der Konzern Zugang zur schnell wachsenden italienischen Start-up-Szene sichern. Der BDMI ist bei Finanzvorstand und dem designierten Bertelsmann-CEO Thomas Rabe aufgehängt. Mit dem 2006 aufgelegten Fonds sowie mit dem auf Asien ausgerichteten Bertelsmann Asia Investments sucht der Konzern nach Firmen mit Zukunftspotenzial. Die Gütersloher setzten auf frühzeitige Investitionen in Start-ups, statt auf teure Übernahmen im Bereich Digitales.

Bislang ist der BDMI beispielsweise bei Seedcamp in Großbritannien, Cabiedes in Spanien und ISAI in Frankreich bei Partnern eingestiegen, die wie H-Farm gut in der lokalen Start-up-Szene vernetzt sind.

H-Farm investiert jährlich in zehn Start-ups aus den bereichen Internet und digitale Medien. Neben Geld stellt die Investmentfirma den Unternehmen Mentoren zur Seite. H-Farm beschäftigt rund 200 Mitarbeiter und hat Büros in Roncade bei Venedig, in Seattle, London und Mumbai. "Wir freuen uns auf eine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Team von H-Farm und darauf, durch diese Partnerschaft neue vielversprechende Digital-Media-Möglichkeiten zu entdecken", sagt Jan Borgstädt, Head of European Ventures bei BDMI.

Bertelsmann will nach einer längeren Konsolidierungsphase wieder kräftig wachsen. Der derzeitige CEO Hartmut Ostrowski hatte das Investitionsvolumen auf im Schnitt rund eine Milliarde Euro pro Jahr beziffert. Rabe soll den Konzern nun ab 2012 deutlich nach vorne bringen. Durch den Verkauf einzelner Geschäftsbereiche wie der Buchclubs und der Beteiligung am Musik-Joint-Venture Sony BMG sowie die Wirtschaftskrise 2008/09 hat Europas größter Medienkonzern in den vergangenen Jahren an Umsatz verloren und erzielte 2010 noch 15,76 Milliarden Euro. 2006 waren es 19,3 Milliarden Euro. pap
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