Bertelsmann steigert Umsatz und will Schulden senken

Mittwoch, 08. November 2006

Deutschlands größter Medienkonzern Bertelsmann will den Schuldenstand bis Ende kommenden Jahres deutlich senken. Derzeit belaufen sich die Finanzschulden des Konzerns auf 8,9 Milliarden Euro. Der starke Anstieg ist getrieben durch den Rückkauf der 25,1-prozentigen Beteiligung der Groupe Bruxelles Lambert des belgischen Investors Albert Frère, für die Bertelsmann im Juli 4,5 Milliarden Euro bezahlt hatte. "Ende 2007 wollen wir unsere internen Finanzierungsziele erreicht haben", kündigt Finanzvorstand Thomas Rabe an. In den ersten neun Monaten des Jahres konnte der Konzern, zu dem unter anderem Gruner + Jahr, die RTL Gruppe und die ertragsstarke Druck- und Servicesparte Arvato gehören, Umsatz und operatives Ergebnis deutlich steigern. Der Umsatz erhöhte sich um 10,3 Prozent auf 13,5 Milliarden Euro. Darin spiegeln sich auch die Akquisitionen nieder, die das Unternehmen im Jahr 2005 getätigt hat.

Das operative Ergebnis legte um 8,3 Prozent auf 982 Millionen Euro zu. Dabei haben die Gütersloher vor allem "vom verbesserten Umfeld wichtiger Werbemärkte in Europa" profitiert. Belastet wird das Ergebnis allerdings weiterhin von der Musiksparte. Das Joint Venture Sony BMG muss mit einem deutlichen Rückgang des Marktvolumens im Tonträgergeschäft fertig werden.

Der Konzerngewinn beträgt in den ersten drei Quartalen 362 Millionen Euro - mehr als 200 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Der Rückgang erklärt sich unter anderem aus geringeren Sondereffekten wie beispielsweise Gewinnen aus Beteiligungsverkäufen. pap

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