Bertelsmann steigert Umsatz, aber verringert operatives Ergebnis

Donnerstag, 12. Mai 2011
CEO Ostrowski baut Schulden ab
CEO Ostrowski baut Schulden ab

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann startet mit einem Umsatzplus ins neue Jahr, muss im 1. Quartal 2011 jedoch ein Minus beim operativen Ergebnis hinnehmen. Das Konzernergebnis verdoppelt sich dagegen von 45 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 94 Millionen Euro. Grund dafür ist ein deutlich verbessertes Finanzergebnis. Darin spiegelt sich die niedrigere Zinsbelastung nach dem jüngsten Schuldenabbau sowie der Wegfall von ergebnisbelastenden Effekten wider. Die Verringerung des operativen Ergebnis von 293 auf 245 Millionen Euro führt Bertelsmann auf mehrere Ursachen zurück: Zum einen steigerten Anlauf- und Programminvestitionen die Kosten, zum anderen wirkt sich das späte Ostergeschäft negativ auf die Werbeeinnahmen aus, insbesondere im TV-Geschäft. Entsprechend hatte bereits Bertelsmanns wichtigster Umsatz- und Ertragsbringer, die RTL Group, für das 1. Quartal schwache Zahlen gemeldet. Der Umsatz war gerade mal um 0,8 Prozent gestiegen, das operative Ergebnis von 205 Millionen auf 181 Millionen Euro zurückgegangen. Nach dem extrem guten Start ins Jahr 2010 lahmt in 2011 vor allem der wichtige deutsche TV-Markt.

Dank der guten Performance anderer Konzernbereiche kann Bertelsmann selbst den Umsatz jedoch um 1,9 Prozent auf 3,629 Milliarden Euro steigern. Welche Sparten sich besonders gut entwickelt haben, geht aus den veröffentlichten Quartalszahlen nicht hervor. Zum Verbund zählen neben der RTL Group die Dienstleistungssparte Arvato, der Verlag Gruner + Jahr, der Buchverlag Random House sowie die Direct Group.

Die Schulden konnte Bertelsmann weiter senken. Die Nettofinanzschulden betrugen zum 31. März 2011 rund 1,741 Milliarden Euro. Die wirtschaftlichen Schulden 4,591 Milliarden Euro (31. Dezember 2010: 4,915 Milliarden Euro). Damit bekommt Bertelsmann-CEO Hartmut Ostrowski mehr Luft für Zukäufe und Investitionen in bestehende Geschäfte. Der Konzern will ein weiteres Standbein neben den bestehenden Bereichen aufbauen. pap
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