Bertelsmann rutscht in die Miesen

Donnerstag, 07. November 2002

Die daniederliegende Konjunktur bereitet nun auch dem Medienkonzern Bertelsmann Sorgen. Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland", der sich auf einen Quartalsbericht des belgischen Minderheitsgesellschafters Groupe Bruxelles Lambert (GBL) bezieht, sind die Jahre mit Rekordgewinnen für Deutschlands größten Medienkonzern vorerst vorbei: Bertelsmann muss demzufolge erstmals ein negatives Quartalsergebnis ausweisen. Grund sind außerordentliche Abschreibungen.

Im dritten Quartal 2002 bleibt in den Bilanzen des weltweit agierenden Unternehmens ein Nettoverlust von etwa 360 Millionen Euro. Grund für das Minus sind außerordentliche Abschreibungen auf den Wert von Konzerntöchtern sowie Vorsorgerückstellungen. Diese waren im dritten Quartal so hoch, dass sie auch durch die deutliche Verbesserung des operativen Geschäfts nicht wettgemacht werden konnten, das einen Gewinn von 102 Millionen Euro ausweist,

Die außerordentlichen Gewinne sind mittlerweile vollends verbucht, nun stehen Abschreibungen auf Grund umfangreicher Investitionen der Vergangenheit an. Diese haben im laufenden Jahr 1,7 Milliarden Euro erreicht, der Großteil davon fiel in die letzten drei Monate. Allein für den überteuerten Kauf der Plattenfirma Zomba Records hat Finanzvorstand Siegfried Luther eine Vorsorgerückstellungen in Höhe von 1 Milliarde Euro gebildet.
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