Bertelsmann reaktiviert BMG

Dienstag, 14. Oktober 2008
Das neue Logo von BMG
Das neue Logo von BMG

BMG 2.0: Bertelsmann reaktiviert die Bertelsmann Music Group. Unter dem Namen BMG Rights Management hat der Medienkonzern mit dem Aufbau eines neuen Musikrechtegeschäfts begonnen, das Künstler bei der plattformübergreifenden Auswertung ihrer Titel unterstützen soll. BMG Rights Management mit Zentralsitz in Berlin plane "passgenaue Serviceangebote für Songwriter und Interpreten, die sich beim Aufbau, der umfassenden Vermarktung, der Lizenzabrechnung und der Vorfinanzierung ihres Musikrepertoires kompetent unterstützen lassen wollen", so die offizielle Funktionsbeschreibung der neuen Musiksparte. 

Geschäftsführer Hartwig Masuch
Geschäftsführer Hartwig Masuch
"Wir setzen damit genau auf den Bereich in der Musikindustrie, der Wachstum verspricht", erklärt der Geschäftsführer von BMG Rights Management, Hartwig Masuch. Musik werde über die traditionelle Verbreitung von Tonträgern hinaus stärker genutzt und umfassender verwertet als je zuvor. Aus den Rechten an seinem Werk könnten Musiker heute deutlich mehr Erlöse erzielen als früher. Masuch: "Hier wollen wir uns mit maßgeschneiderten, flexiblen Dienstleistungen und transparenten Abrechnungsmodellen positionieren." Dabei sollen die Vertragspartner weitgehende Mitspracherechte bei der Auswahl der Vermarktungswege erhalten. Der vollständige Markteintritt ist für 2009 vorgesehen.

Dabei muss BMG nicht bei Null anfangen. Aus dem früheren Joint Venture Sony BMG hat Bertelsmann die Rechte an Aufnahmen von über 200 Künstlern übernommen. Dies sichere BMG Rights Management von Anfang an eine "relevante Marktposition". Der Katalog soll zügig ausgebaut werden.

Bertelsmann hatte im August seinen 50-prozentigen Anteil an dem Joint Venture Sony BMG an Partner Sony verkauft. Der Schritt wurde damit begründet, dass sich Bertelsmann auf "definierte Wachstumsfelder" konzentrieren wolle. Bereits 2006 hatte der Medienkonzern seinen Musikverlag BMG Music Publishing an Vivendi verkauft. Der Erlös in Höhe von 1,63 Milliarden Euro floss damals in ein Aktienrückkaufprogramm, um einen Börsengang von Bertelsmann zu verhindern. dh
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