Bertelsmann legt millionenschweres Sparprogramm auf

Montag, 04. Mai 2009
Schnallt den Gürtel enger: Hartmut Ostrowski
Schnallt den Gürtel enger: Hartmut Ostrowski

Europas größter Medienkonzern Bertelsmann reagiert mit einem millionenschweren Sparprogramm auf die Wirtschaftskrise. Man habe das "größte Kostensenkungsprogramm in der Geschichte des Unternehmens aufgelegt", sagte Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung." Das Sparpaket habe ein  Volumen von mehreren hundert Millionen Euro. Bertelsmann leidet wie alle Medienkonzerne unter den Einbrüchen im Werbemarkt. "Im Durchschnitt sind die Werbemärkte um 10 Prozent gefallen", sagt Ostrowski: "Darauf müssen wir reagieren. Neben der Senkung von Kosten, zum Beispiel im TV-Geschäft, und der Erhöhung der Produktivität gehören auch Entlassungen im Verlagsgeschäft und Kurzarbeit bei der Tiefdrucksparte Prinovis zu den Maßnahmen. Nach Angaben des Vorstandschefs kommt derzeit rund ein Drittel der Umsätze aus der Werbung. Daher könnten die Umsatzrückgänge aus dem Werbegeschäft  zumindest teilweise durch andere Bereiche aufgefangen werden.

Für das Gesamtjahr will Ostrowski auch einen Verlust nicht ausschließen: "Für das Ergebnis unter dem Strich kann ich die Hand aber nicht ins Feuer legen, auch wenn wir natürlich ein positives Nachsteuerergebnis anstreben. In diesem schwierigen Umfeld weiß man nie, ob nicht weitere Firmenwertabschreibungen erforderlich werden."

Um trotz des Kostendrucks weiter wachsen zu können, kündigte Ostrowski Fusionen von eigenen Geschäftsbereichen mit anderen Unternehmen an, ohne jedoch konkrete Beispiele zu nennen. "Worüber man in diesen Zeiten aber nachdenken kann, ist der Zusammenschluss von Unternehmen oder Teilen davon. Da sind wir heute offener als vor einem Jahr." dh
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