Bertelsmann kündigt bei Multimedia-Kongreß aggressive Strategie an

Montag, 26. April 1999

200.000 neue Jobs sollen bis zum Jahr 2001 im Multimedia-Bereich entstehen. Diese Erwartung äußerte Siegmar Mosdorf, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsministerium, in seiner Eröffnungsrede zum 7. Deutschen Multimedia-Kongreß in Stuttgart. Außerdem, so Mosdorf, werde sich die Zahl der Betriebe dieser Branche in diesem Zeitraum verdoppeln. Allerdings müßten sich mittelständische Unternehmen stärker auf Internet und Electronic Commerce konzentrieren: "E-Business ist das Globalisierungswort für den Mittelstand." Mosdorf sprach sich außerdem für eine "Innovationspartnerschaft zwischen Unternehmen, Nutzern, Wissenschaft und Politik" aus, um "alle Potentiale des technologischen Dynamos der Globalisierung, der Informations- und Kommunikationstechnik zu nutzen". Damit solle auch einer Spaltung von Gesellschaft und Wirtschaft in "user" und "loser" vorgebeugt werden. Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG, kündigte in seiner Rede an, mit einer "offensiven, zum Teil aggressiven Strategie" weltweit führender E-Commerce-Konzern für Medienprodukte werden zu wollen. Bertelsmann beabsichtigt, ab nächstes Jahr "wirklich breitbandige Inhalte, insbesondere bildschirmfüllende Bewegtbilder" über entsprechende Leitungen und Netze anbieten. Dazu seien allerdings Konsequenzen in der Medienregulierung notwendig, so Middelhoff. Er habe Zweifel, ob diese weiterhin auf dem Modell der Trennung zwischen Printmedien, Rundfunk und Mediendiensten beruhen könne. Middelhoff zufolge muß sich die Medienregulierung auf die Verschmelzung der Medientypen einstellen und "flexible, einheitliche und verläßliche Regulierungen über die Mediengrenzen hinweg schaffen".
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