Bertelsmann hebt Prognose an

Dienstag, 31. August 2010
Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe
Bertelsmann-Finanzvorstand Thomas Rabe
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Europas größter Medienkonzern Bertelsmann blickt optimistisch in die Zukunft. Im 1. Halbjahr 2010 konnten die Gütersloher ihr Operating Ebit von 497 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 755 Millionen Euro steigern. Das Konzernergebnis klettert gar auf 246 Millionen Euro - nach einem Verlust von 333 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2009. Angesichts der guten Zahlen korrigiert Bertelsmann die Prognose. "Den in Aussicht gestellten Korridor von 400 bis 500 Millionen Euro beim Konzernergebnis heben wir auf einen Wert von mehr als 500 Millionen Euro an", sagt Finanzvorstand Thomas Rabe. Das bedeutet einen deutlichen Spring. 2009 war Bertelsmann mit einem Gewinn von gerade mal 35 MIllionen Euro nur knapp an einem Verlust vorbei geschrammt.

Der Konzernumsatz ist - bereinigt um den Verkauf des britischen TV-Senders Five - lediglich um 4 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro gestiegen. Die positive Entwicklung beruht damit nicht nur auf einem Wiedererstarken der Werbemärkte, sondern ist eine direkte Folge des enormen Sparprogramms, das der Konzern 2009 durchgesetzt hatte. Bertelsmann hatte die Kosten im vergangenen Jahr um rund eine Milliarde Euro gesenkt.

Für die Zuwächse von Ergebnis und Umsatz sind vor allem die werbegeprägten Unternehmensbereiche zuständig. Die Cash-Cow RTL Group, die traditionell einen Löwenanteil zum Ergebnis von Bertelsmann beiträgt, hat bereits vergangene Woche ihre Zahlen für das 1. Halbjahr vorgelegt und konnte ein Rekordergebnis (Operating Ebit) von 533 Millionen Euro verbuchen. Auch die Verlagstochter Gruner + Jahr hat ihren Beitrag geleistet: Das Operating Ebit ist, wie gestern vermeldet, von 55 auf 130 Millionen Euro angestiegen - allerdings bei konstantem Umsatz von 1,217 Milliarden Euro. Auch die Buchtochter Random House steigert den operativen Ertrag von 20 auf 40 Millionen Euro und auch den Umsatz - von 734 Millionen Euro im 1. Halbjahr 2009 auf 791 Millionen Euro in der 1. Hälfte dieses Jahres. Besonders der Absatz von E-Books steigt rasant.

Weniger große Sprünge macht die Dienstleistungstochter Arvato, die nach RTL der zweitwichtigste Umsatzbringer im Haus ist. Zwar steigert sie den Umsatz leicht auf 2,312 Milliarden Euro. Das Ergebnis geht jedoch um 4 Millionen Euro auf 99 Millionen Euro zurück. Die Konzerntochter kämpft noch mit den Spätfolgen der Rezession. Auch die letzte und kleinste Sparte, Direct Group, die seit Jahren schwächelt, profitiert nicht von der Erholung. Der Umsatz sinkt auf 532 Millionen Euro, das operative Ergebnis verbessert sich leicht, am Ende bleibt jedoch ein oeprativer Verlust von 6 Millionen Euro.

Konzernchef Hartmut Ostrowski ist jedoch dank der guten Position von RTL und G+J optimistisch: "Wir sind für die Zukunft gut gerüstet und entwickeln unsere vielfältigen Geschäfte konsequent weiter. Dabei spielt der gesamte Bereich der Digitalisierung eine zunehmend wichtigere Rolle." pap
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