Bertelsmann hält am Doppelmandat von Bernd Kundrun fest

Freitag, 15. Juni 2001

Mit einer gemeinsamen Erklärung bemühen sich Bertelsmann und die Gruner + Jahr-Holding um Beruhigung. In einem kurzen 3-Punkte-Papier reagieren sie auf Presseberichte, die mit einer "Spiegel"-Veröffentlichung Anfang Juni einsetzten. Danach wolle Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff auf dem Weg zur Börsenfähigkeit seines Konzerns unter anderem das defizitäre Zeitungsgeschäfts von Gruner + Jahr abstoßen. "Der Vorstand von Gruner + Jahr führt die Geschäfte eigenständig und ausschließlich im Interesse der Gesellschaft. Er unterliegt nicht den Weisungen der Gesellschafter", heißt es in der Erklärung.

Zugleich werden Spekulationen um die Zukunft von Bernd Kundrun abgewiegelt: "Das Doppelmandat von Bernd Kundrun als Vorstandsvorsitzender von Gruner + Jahr und Vorstandsmitglied von Bertelsmann steht daher nicht in Frage." Gespräche darüber sollten laut "Handelsblatt" demnächst beginnen, um künftige Interessenkonflikte zu vermeiden. Als Quelle der Informationen wurde der Geschäftsführer der Jahr-Holding, Burkhard Schmidt, angegeben, der die Erklärung ebenso wie die Pressesprecher von Gruner + Jahr und von Bertelsmann unterzeichnet hat. "Es gibt keine Überlegungen der Gesellschafter zur Veränderung der Beteiligungsverhältnisse bei Gruner + Jahr", heißt es abschließend. Middelhoff hatte sich im "Spiegel" zitieren lassen: "Die Investmentbanken bevorzugen 100-Prozent-Geschäfte."

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