Bertelsmann geht nicht an die Börse

Freitag, 26. Mai 2006

Der Gütersloher Bertelsmann-Konzern konnte den unliebsamen Börsengang verhindern. Eignerfamilie Mohn wird die 25,1 Prozent Anteil des belgischen Investors Albert Frère und seiner Groupe Bruxelles Lambert (GBL) zum 1. Juli zurückkaufen, teilte das Unternehmen mit. Damit wird die Familie künftig alleiniger Eigner des Unternehmens. Die entstehenden Kosten von 4,5 Milliarden Euro werden durch einen Zwischenkredit mehrerer Banken und durch den Verkauf des Musikverlages BMG Music Publishing finanziert. Preislich war das jedoch kein Schnäppchen für die Mehrheitseigner, die mit einem Angebot von ursprünglich 3,5 Milliarden Euro in die Verhalndlungen startete. "Der Preis ist angemessen", erklärte Bertelsmann-Vorstandschef Gunter Thielen jedoch im Nachhinein. Die Finanzschulden steigen somit auf das 3,4-fache des operativen Ergebnisses.

Seit Anfang der Woche besaß Frère die Option, seinen Aktienanteil an der Börse notieren zu lassen und unter Umständen in gleichwertige Realbeteiligungen umzuwandeln.

Familie Mohn hatte stets betont, auf jeden Fall die Dreiviertelmehrheit halten zu wollen, um die Unternehmensstruktur zu wahren. Ob Bertelsmann dabei an der Börse notiert sei oder nicht, habe eine "untergeordnete" Rolle gespielt. Thielen: "Wir sichern die Unternehmenskultur des Hauses und damit die Basis für langfristige Kontinuität." gen

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