Bertelsmann darf Napster nicht kaufen

Mittwoch, 04. September 2002

Das zuständige US-Insolvenzgericht in Wilmington hat Bertelsmann die ursprünglich geplante Übernahme der umstrittenen Online-Musiktauschbörse Napster untersagt. Zur Begründung heißt es, dem Schuldner Napster sei es nicht gelungen nachzuweisen, dass das Übernahmeangebot in Höhe von 92 Millionen US-Dollar in "gutem Glauben" gemacht worden sei.

Die Loyalität von Napster-Chef Konrad Hilbers sei zweigeteilt gewesen. Mit einem Bein habe er im Lager von Napster und mit dem anderen Bein im Lager von Bertelsmann gestanden, so der zuständige Richter. Nach dieser Entscheidung dürfte Napster Gläubigerschutz nach Chapter 7 des US-Insolvenzrechts beantragen. In diesem Falle würde das Gericht einen Sachverwalter ernennen, der die Vermögenswerte von Napster liquidiert.
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