Bertelsmann-Eigentümer wollen Börsengang verhindern

Dienstag, 02. Mai 2006

Die Bertelsmann-Eigentümerfamilie Mohn will den vom Mitbesitzer Groupe Bruxelles Lambert (GBL) geforderten Börsengang abwenden. Dies geht aus einem Bericht der "Financial Times Deutschland" hervor. Vor einigen Monaten hatte GBL mitgeteilt, ihren 2001 erworbenen 25,1-Prozentanteil am Medienkonzern 2007 am Aktienmarkt zu platzieren. Laut "FTD" erwägen die Eigentümer derzeit einen Rückkauf der GBL-Beteiligung, der von Finanzexperten jüngst auf rund 5 Milliarden geschätzt und damit als unfinanzierbar befunden wurde. Gegenwind kommt auch vom Management von Bertelsmann, das offensichtlich gegen einen komplett schuldenfinanzierten Rückkauf der GBL-Anteile ist, wie es in dem Bericht heißt. Es fürchte einen zu engen Spielraum. Daher werde nun ein Ausstieg aus dem Musikgeschäft geprüft: Dabei gehe es um den Musikverlag BMG Music Publishing und die 50-Prozent-Beteiligung am Plattenkonzern Sony BMG.

Die Bewertung des Konzerns ist ebenfalls ein Zankapfel zwischen Mohn und GBL. Während der belgische Investor den Wert auf über 20 Milliarden Euro beziffert, setzt die Familie Mohn den Wert unter 12 Milliarden Euro an. Danach sei für den GBL-Anteil eine Bewertung zwischen rund 3,2 und 3,7 Milliarden Euro realistisch. is

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