Bertelsmann-Chef Ostrowski kritisiert staatliche Eingriffe

Montag, 02. Juni 2008
Hartmut Ostrowski erteilt der ungehinderten Expansion der Öffentlich-Rechtlichen eine klare Absage
Hartmut Ostrowski erteilt der ungehinderten Expansion der Öffentlich-Rechtlichen eine klare Absage

Bertelsmann-Vorstandschef Hartmut Ostrowski schaltet sich mit scharfen Worten in die Diskussion um zunehmende staatliche Übergriffe in die private Medienwirtschaft ein. "Private Fernsehsender brauchen keine Vorgaben, um die Bedürfnisse der Zuschauer zu erfüllen. Sie tun dies schon aus Eigennutz, um sich im freien Wettbewerb zu positionieren", sagte Ostrowski in seiner Eröffnungsrede des Internationalen Mediendialogs Hamburg. Hintergrund sind entsprechende Überlegungen der Landesmedienanstalten.

Außerdem verurteilte er die Bestrebung der Brüsseler Politik neue Werberestriktionen einzuführen. "Das kommt einer Entmündigung des Verbrauchers gleich und gefährdet die Vielfalt der Medien." Einer ungehinderten Expansion der öffentlich-rechtlichen Rundfunksender erteilte Ostrowski eine klare Absage: "Eine Subventionierung immer neuer öffentlich-rechtlicher Kanäle fördert gerade nicht Wettbewerb und Vielfalt." Beides entstünde am besten durch private Angebote.

Er sieht einen "ordnungspolitischen Bedarf" nach klaren Kriterien: Ein möglichker Drei-Stufen-Test müsse unabhängig durchgeführt werden und dürfe nicht leicht zu umgehen sein - "sonst bleibt er ein medienpolitischer Papertiger."

Daneben zeigte sich Ostrowski optimistischer denn je, Bertelsmann in den kommenden Jahren auf Wachstumskurs trimmen zu können: "Die Digitalisierung beschert den Medien unendlich viele Wachstumsmöglichkeiten." Am Anfang des Geschäftserfolgs stehe auch im digitalen Medienzeitalter die Rückbesinnung auf den Anfang und das Ende der Wertschöpfungskette: Hochwertige Inhalte und der Nutzer. Es gehe darum, Nutzer zu Zahlenden zu machen, ihre Aufmerksamkeit alleine reiche nicht aus.
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