Bertelsmann-Chef Middelhoff setzt auf Verbundeffekte

Dienstag, 28. August 2001


Thomas Midelhoff reduziert Web-Investitionen
60 Prozent des Umsatzes von 40 Milliarden Mark erzielte Bertelsmann im vergangenen Geschäftsjahr im Content-Bereich. "Wir sind lange nicht so gut, wie wir sein müssten, aber besser als vor drei Jahren", erklärt Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender des Gütersloher Medienunternehmens. Konzerninterne Verbundeffekte zwischen den einzelnen Medien zu schaffen und Wertschöpfungspartnerschaften aufzubauen gehe gegen die gewachsene Managementkultur und sei eine harte Arbeit im Detail, so Middelhoff. "Wenn die Unternehmenskultur nicht wandlungsfähig ist, wird Bertelsmann keine Kontinuität haben."

Ziel sei es mittelfristig, gemäß dem Excellence-Program eine Rendite von 10 Prozent zu erwirtschaften. "BMG und die Clubgeschäfte müssen bis zum Jahr 2003 auf diese Vorgabe gebracht werden", erklärte Middelhoff. Derzeit erziele Bertelsmann eine Rendite von 6,2 Prozent im operativen Bereich.

Die Investitionen im Internet werden von 1,6 Milliarden Mark auf 595 Millionen Mark zurückgefahren. "Seit Februar diesen Jahres haben wir die Marketingausgaben deutlich reduziert." Insgesamt werde Bertelsmann von 1995 bis 2003 etwa 3 Milliarden Mark ins Web-Geschäft investiert haben. Bis dato stünden dem 20 Milliarden Mark Umsatz - inklusive des Gewinns aus der AOL-Beteiligung - gegenüber.

Auf dem Expansionsplan von Bertelsmann steht zudem, das TV-Geschäft in Europa und den USA auszubauen sowie den Zeitschriftenbereich in den USA zu erweitern. Das Buchgeschäft in Deutschland und Frankreich, für den Konzern die beiden schwächsten Märkte in diesem Bereich weltweit, soll ebenfalls forciert werden, erklärte Middelhoff.
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