Bertelsmann: BOL.de soll komplett schließen / Pixelpark wird zurechtgestutzt / Lycos soll überleben

Freitag, 18. Oktober 2002

Bertelsmann scheint sich bei der Suche nach einem Käufer für das Deutschlandgeschäft des defizitären Online-Medienhändlers BOL schwerzutun. Wenige Wochen nach der angekündigten Trennung von dem Unternehmen zeichnet sich die endgültige Schließung des Onlinehändlers in Deutschland ab. Dies deutete Konzernchef Gunter Thielen auf einer Veranstaltung im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten an. Das BOL-Geschäft in Schweden und den Niederlanden solle dagegen verkauft werden.

Thielen will das Internet künftig dennoch weiter als Vertriebsweg nutzen: "Das Internet wird sich durchsetzen und wir wollen es nutzen, um unser Geschäft damit zu promovieren", zitiert ihn die Deutsche Presseagentur. Alle Medienprodukte seien gut für den Internet-Vertrieb geeignet, doch das Netz als solches sei kein Kerngeschäft von Bertelsmann, so Thielen weiter.

Aufatmen können die Strategen bei Lycos: Das Webportal werde beibehalten, da es längerfristig "gute Geschäftsaussichten" habe. Handlungsbedarf sieht Thielen jedoch bei Pixelpark. Der Internet-Dienstleister sei noch nicht profitabel und müsse "zurückgeschnitten werden". Allerdings sei das die Aufgabe des Pixelpark-Vorstands.
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