Bertelsmann: Aufschwung und Sparprogramm hübschen Bilanz auf

Donnerstag, 11. November 2010
Ostrowski rechnet 2010 mit deutlichem Gewinn
Ostrowski rechnet 2010 mit deutlichem Gewinn

Nachdem die RTL Group Anfang der Woche einen deutlichen Ergebnis- und Umsatzanstieg vermeldet hat, veröffentlicht nun auch der Mutterkonzern Bertelsmann positive Zahlen für die ersten neun Monate 2010. Das Konzernergebnis beträgt 357 Millionen Euro, nach einem Verlust im Vorjahreszeitraum, der extrem von der Werbekrise geprägt war, von 246 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr 2010 bestätigt Europas größter Medienkonzern seine Prognose. Bereits nach dem 1. Halbjahr hatte Bertelsmann den Ausblick angehoben und geht von einem Anstieg bei Umsatz und Operating Ebit - Ergebnis vor Finanzergebnis und Steuern - aus und einer Umsatzrendite von 10 Prozent. Der Umsatz im Jahr 2009 betrug 15,4 Milliarden Euro, das Operating Ebit 1,4 Milliarden Euro, das Konzernergebnis 35 Millionen Euro.

Bertelsmann profitiert nicht nur von dem Wiederanziehen der Konjunktur, sondern auch von dem umfangreichen Sparprogramm, das der Vorstandsvorsitzende Hartmut Ostrowski dem Unternehmen Anfang 2009 verordnet hatte. Konzernweit sanken die Kosten um rund eine Milliarde Euro. Zu Bertelsmann gehören neben der wichtigen Cash-Cow RTL Group, die zum größten Umsatz- und Ergebnisbringer avanciert ist, auch die Dienstleistungssparte Arvato, der Verlag Gruner + Jahr, die Buchsparte Random House sowie die Direct Group.

Die Schulden sind leicht gesunken: Die Nettofinanzschulden gingen von 2,79 Milliarden Euro Ende 2009 auf 2,63 Milliarden Euro (30. September) zurück, die Wirtschaftlichen Finanzschulden von 6,02 auf 5,99 Milliarden Euro. Der Güterlsoher Konzern schleppt die finanziellen Belastungen seit dem Rückkauf des Anteils von Albert Frère 2006 mit sich herum. Bertelsmann hatte Frère seinerzeit 4,5 Milliarden Euro für seine 25,1 Prozent gezahlt. Die 2008 einsetztende Wirtschaftskrise hat den Abbau der Schulden verzögert. pap
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