Bertelsmann-Angebot stößt auf wenig Interesse bei RTL-Aktionären

Donnerstag, 10. Januar 2002

Zwei Aktionäre der RTL Group haben angekündigt, den versuchten Rückkauf der RTL-Group-Aktien zu 44 Euro mit allen Mitteln zu blockieren. Wie Alain Georges, Vorsitzender der Luxemburger Finanzgesellschaft BGL Investment Partners, gegenüber dem "Guardian" erklärte, werde man nötigenfalls auch rechtliche Schritte gegen Bertelsmann einleiten: "Wir werden das Angebot nicht akzeptieren und Bertelsmann das Leben so schwer wie möglich machen."

In dieser Blockadehaltung werde die BGL von dem Luxemburger RTL-Group-Aktionär Audiolux unterstützt, erklärte Georges. Auch im RTL-Group-Verwaltungsrat stößt das Bertelsmann-Angebot auf Kritik: Mehrere Mitglieder des Gremiums haben mit Hinweis auf die Interessen der Aktionäre Vorbehalte geltend gemacht. Jetzt sollen unabhängige Finanzprüfer das Angebot bewerten.

Doch Bertelsmann-Chef Thomas Middelhoff hat schon bekräftigt, dass Bertelsmann nicht bereit ist, sein Angebot zu erhöhen. Der Konzern soll deshalb prüfen, ob sich der Rückkauf durch eine Zwangsabfindung der verbliebenen Aktionäre durchsetzen lässt. Scheitert die Initiative, dann drohen Bertelsmann erhebliche zusätzliche Kosten. Denn Bertelsmann hat auch das 22-Prozent-Paket von Pearson für 44 Euro pro Aktie übernommen. Sollten die freien Aktionäre mehr als 44 Euro bekommen, wäre eine erhebliche Nachzahlung fällig.
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