Berliner Zeitung erscheint als Notausgabe

Dienstag, 30. Mai 2006

Die Redaktion der "Berliner Zeitung" protestiert in einer zwölfseitigen Notausgabe gegen die Ernennung des neuen Chefredakteurs Josef Depenbrock. In einem Brief an die Leser beklagen die Mitarbeiter einen "Vertrauensbruch" seitens der Geschäftsführung. Die Redaktion fordert ein Vetorecht bei der Berufung des Chefredakteurs. Als Grund wurde genannt, dass Depenbrock gleichzeitig Mitglied der Konzernführung ist, was zur Vermischung von redaktionellen und wirtschaftlichen Interessen führen könnte. Der 44-Jährige meldet sich ebenfalls im Blatt zu Wort und erklärt hingegen, dass die "Berliner Zeitung" weiterhin fundierten, hintergründigen und erstklassigen Journalismus liefern werde. Depenbrock war zuvor Chefredakteur der "Hamburger Morgenpost". Sein Vorgänger bei der "Berliner Zeitung", Uwe Vorkötter, wechselte vor kurzem zur "Frankfurter Rundschau". Vorkötter hatte sich 2005 öffentlich gegen die Übernahme des Berliner Verlags durch den britischen Investor David Montgomery und den US-Investor Veronis Suhler Stevenson gestellt. gen

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