Berliner Zeitung: Redaktion zerrt Verlag vor den Kadi

Montag, 10. März 2008
Die Doppelfunktion von Josef Depenbrock stößt bei der Redaktion auf wenig Gegenliebe
Die Doppelfunktion von Josef Depenbrock stößt bei der Redaktion auf wenig Gegenliebe

Der Redaktionssausschuss der "Berliner Zeitung" hat wie angekündigt Klage gegen den Verlag eingereicht. Am heutigen Montag wurde die Klage von Vertretern des Redaktionsausschusses beim Arbeitsgericht Berlin eingereicht. Sie wendet sich gegen die Doppelfunktion von Josef Depenbrock als Verlagsgeschäftsführer und Chefredakteur der "Berliner Zeitung". Diese Vermischung von redaktioneller und kaufmännischer Tätigkeit ist aus Sicht des Redaktionsausschusses unvereinbar mit dem Qualitätsjournalismus der "Berliner Zeitung".

Die Redaktion wird dabei vom Deutschen Journalistenverband (DJV) und der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (DJU) unterstützt. "Das Mecom-Modell bedroht zunehmend die Qualitätspublizistik", sagt DJU-Geschäftsführerin Ulrike Maercks-Franzen: "Hier verdrängt der Finanzmarkt den publizistischen Auftrag, wie er im Redaktionsstatut verbindlich festgelegt wurde."

Renditeerwartungen von bis zu 20 Prozent sind aus Sicht der Journalisten-Gewerkschaften nur mit einer Abkehr vom Qualitätsjournalismus zu erreichen. "Das überzogene Gewinnstreben von Mecom hungert die Berliner Zeitung aus", so die Arbeitnehmervertretung. dh

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