Berliner Klinik und RTL wollen umstrittene Baby-Doku retten

Donnerstag, 28. Februar 2013
Die TV-Doku "Babyboom" sorgt für Wirbel (Foto: RTL /  Andreas Friese)
Die TV-Doku "Babyboom" sorgt für Wirbel (Foto: RTL / Andreas Friese)

Viel Aufruhr gab es in den letzten Tagen um die erst geplante, dann aber schnell gestoppte Real-Life-Dokumentation "Babyboom - Willkommen im Leben", die im Frühjahr bei RTL starten sollte. Nach dem Veto des Berliner Senats wurden die Dreharbeiten vorerst eingestellt, da Bedenken hinsichtlich des Kinderschutzes und der Arbeitnehmerrechte bestünden. Jetzt setzen die Klinik und RTL alles daran, das neue Format zu retten. Wie der "Tagesspiegel" heute berichtet, gibt es dafür vor allem einen Grund: Ein endgültiger Abbruch der Dreharbeiten könnte den städtischen Krankenhausbetreiber Vivantes eine Menge Geld kosten. 27 fest installierte Kameras auf der Babystation des Klinikums Friedrichshain verursachen derzeit erhebliche Kosten für die Produktionsfirma Shine Germany, obwohl nicht gedreht wird. Eine Absage der Doku könnte somit eine nicht unerhebliche Schadensersatzsklage nach sich ziehen, von einer fünfstelligen Summe pro Drehtag ist die Rede.

Alle Parteien - RTL, Produktionsfirma und Vivantes - sind allerdings weiterhin von "Babyboom" überzeugt und halten das in anderen Ländern bereits erfolgreich laufende Format für seriös. Laut Vivantes hätten sowohl alle Eltern als auch das betreffende Klinikpersonal den Drehs auf der Station zugestimmt.

Während der Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU), der die grundsätzlichen Bedenken gegen die RTL-Doku vorbrachte, jetzt vom Produzenten eingeladen wurde, um sich über die Bedingungen am Set zu informieren, zieht Vivantas offenbar eine schnelle Sondersitzung des Aufsichtsrats in Erwägung, um über die Zukunft von "Babyboom" zu entscheiden. Bisher hieß es, man wolle sich erst am 20. März mit der Thematik beschäftigen. hor
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