Berichterstattung aus Stadien: Radio Hamburg und VPRT rufen Bundesverfassungsgericht an

Donnerstag, 05. Januar 2006

Die privaten Radiosender kämpfen weiter um die lizenzfreie Radio-Berichterstattung aus Bundesliga-Fußballstadien. Nachdem der Bundesgerichtshof am 8. November vergangenen Jahres in letzter Instanz geurteilt hatte, dass Bundesligaclubs für die Live- und sonstige Berichterstattung Vergütung von Radiosendern verlangen dürfen und damit gegen Radio Hamburg entschieden hatte, klagt der Radiosender nun mit Unterstützung der im Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) zusammengeschlossenen Hörfunkwellen vor dem Bundesverfassungsgericht. Die Kläger sind der Ansicht, dass solche Lizenzgebühren gegen die "grundrechtlich gewährte Berichterstattungsfreiheit" verstößt, wie es vom VPRT heißt. VPRT-Präsident Jürgen Doetz: "Die Entscheidungen der Zivilgerichte müssen unter verfassungsrechtlichem Blick korrigiert werden. Andernfalls würde eine Entwicklung toleriert, die in der Konsequenz auch die freie Berichterstattung von Print- und Fotojournalisten in Frage stellt. Die Rundfunkfreiheit als hohes Gut unserer Verfassung wiegt schwerer als die kommerziellen Interessen von Vereinen oder der DFL." VPRT-Vizepräsident und FFH-Geschäftsführer Hans-Dieter Hillmoth, pflichtet ihm bei: "Die kommerziellen Interessen der Vereine gehen zu Lasten der freien Berichterstattung der Radiosender und unserer Hörer. Wenn die Rundfunkfreiheit bei Bundesligaspielen eingeschränkt wird, werden Tür und Tor für weitere Restriktionen geöffnet. Hiergegen setzen wir uns mit allen Mitteln zur Wehr." ra



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