"Bedeutendes Potenzial": Werbung auf Tablets kommt gut an / Parallelnutzung erfordert integrierte Werbekonzepte

Montag, 20. Februar 2012
Das iPad bietet auch Chancen für die Werbeindustrie
Das iPad bietet auch Chancen für die Werbeindustrie

Werbung auf Tablets wie dem iPad hat großes Potenzial. Das zeigt mal wieder eine aktuelle Studie von Nielsen. Danach finden Verbraucher Werbung auf Tablet-Computern annehmbarer und attraktiver als Werbung auf Smartphones. Außerdem bleiben die Botschaften den Verbrauchern länger im Gedächtnis. Dass Mediaverantwortliche iPad, Galaxy Tab und Co künftig dringend im Kommunikationsmix berücksichtigen sollten, zeigen aber auch die deutlich veränderten Mediennutzungsgewohnheiten der stetig anwachsenden Tablet-Nutzer. Wie aus der Studie hervorgeht, finden 36 Prozent der befragten Nutzer in Deutschland Werbung auf ihrem Tablet-Computer "annehmbar", bei den Smartphone-Nutzern sind es nur 26 Prozent. Außerdem bleibt Tablet-Werbung besser bei den Verbrauchern hängen: 38 Prozent erinnern sich daran, "etwa einmal am Tag" oder öfters Werbung auf ihrem Tablet gesehen zu haben, während sich nur 26 Prozent an Werbung auf ihrem Smartphone erinnern.

Auch bei den Klickraten haben Tablets die Nase vorn. 23 Prozent der Nutzer können sich laut Nielsen daran erinnern, während der vergangenen drei Monate Werbung auf ihrem Tablet angeklickt zu haben. Bei der Smartphone-Werbung lag die Anklickrate lediglich bei 19 Prozent. Und 10 Prozent der Nutzer gaben an, über die Tablet-Werbung direkt einen Einkauf getätigt zu haben, während dies nur bei acht Prozent der Smartphone-Nutzer der Fall war.

"Unser Report zeigt, dass sich das Tablet zunehmender Beliebtheit erfreut und dass diese Geräte sowohl das Verbraucherverhalten verändern als auch bedeutendes Potenzial für die Werber darstellen", sagt René Bellack, der bei Nielsen verantwortliche Manager für den Themenbereich Telecoms Practice in Deutschland. In Deutschland komme derzeit ein Tablet auf fünf Smartphones. "Aber die Lücke schließt sich", so Bellack.

Vor allem für die Werbeindustrie sieht Bellack große Chancen: Nach Angaben des Marktforschers greifen 19 Prozent der Nutzer nach ihrem Tablet, aber nur 15 Prozent nach ihrem Smartphone, wenn sie weitere Informationen über ein Produkt einholen, für das sie Werbung im Fernsehen gesehen haben. Laut Bellack müssen Werbungtreibende Tablets schon deshalb in ihren Mediamix integrieren, weil iPad und Co das sogenannte Dual Screening - also die parallele Nutzung zweier Bildschirmgeräte - weiter vorantreiben. Laut Studie nutzen 47 Prozent der rund 1000 befragten deutschen Tablet-Nutzer ihr Gerät mindestens mehrmals in der Woche, während sie fernsehen. Damit geht die Aufmerkamkeit, die das Publikum den TV-Spots entgegenbringt, zurück. Bellack begreift das aber auch als Chance: "Intelligente, integrierte Kampagnen mit TV, App und Suchelementen können in bisher ungeahnter Form eine starke, bleibende Markenbotschaft senden", so Bellack. mas
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