Bayern-Transfer: Mario Götze und die Wut der Fans im Netz

Dienstag, 23. April 2013
Mario Götze bekommt im Internet die Wut der Fans zu spüren (Bild: Screenshot)
Mario Götze bekommt im Internet die Wut der Fans zu spüren (Bild: Screenshot)


Es ist der Transfer-Hammer des Jahres: Mario Götze wechselt im Sommer für angeblich 37 Millionen Euro von Borussia Dortmund zum FC Bayern München. Der kleine Tempodribbler ist maßgeblich am Aufschwung der Dortmunder in den vergangenen Jahren beteiligt. Entsprechend schwer fällt es den Fans, ihren Star ziehen zu lassen - zumal er zum größten Liga-Konkurrenten wechselt. Auf Facebook machen daher tausende Fans ihrem Ärger Luft. Noch vor zwei Jahren schnappte Borussia Dortmund dem FC Bayern München Marco Reus weg, den der Rekordmeister bekannterweise ebenso gerne verpflichtet hätte. Nun üben sich die Bayern in später Genugtuung und eisen Jahrhundertalent Mario Götze aus Dortmund los - für angeblich 37 Millionen Euro. So läuft es nunmal im modernen Fußball könnte man sagen. Oder, wie Jens Bierschwale auf "Welt Online" kommentiert: "Ausstiegsklauseln sind dafür da, dass von ihnen Gebrauch gemacht wird." Einige Borussia-Fans wollen es aber dennoch nicht wahrhaben - und starten im Netz einen Shitstorm gegen Götze.

Die Stellungnahme, die Borussia Dortmund unmittelbar nach Bekanntwerden des Transfer-Hammers auf Facebook veröffentlichte, verzeichnet aktuell fast 10.000 Kommentare, die ihrerseits wieder fleißig kommentiert werden. Die Bitte der Vereinsführung an die Fans, Götze auch weiterhin "genauso bedingungslos zu unterstützen wie jeden anderen Dortmunder Profi", läuft allerdings ins Leere. Denn in den Reaktionen wird nicht mit Schmähungen gespart: Als "Schlimmster Verräter ever" oder "Judas" wird Götze dort beschimpft, andere Fans verlangen, er solle in dieser Saison nicht mehr im BVB-Trikot auflaufen. Auf Götzes eigener Facebook-Fanpage bietet sich einem das gleiche Bild: Nachdem aufgrund des Shitstorms auf der Pinnwand mittlerweile keine Kommentare mehr zugelassen sind, machen die Anhänger ihrem Ärger unter Götzes letzten Posts Luft.

Der Furor der schwarz-gelben Netzgemeinde richtet sich jedoch nicht nur gegen den wechselwilligen Profi. Zahlreiche Fans wittern hinter dem Coup, der heute erstmals in der "Bild" öffentlicht wurde, ein Ablenkungsmanöver der Bayern. Deren Präsident Uli Hoeneß befindet sich aufgrund des Vorwurfs der Steuerhinterziehung derzeit in schwierigem Fahrwasser. Sogar Bayern-Fans stößt der Zeitpunkt der Veröffentlichung sauer auf: "Das ist nicht mehr mein Verein. Guter Stil wäre es gewesen das in der Sommerpause publik zu machen", schreibt ein User auf der Borussia-Fanpage.

Auch an anderer Stelle spürt man den Götze-Hype: Die Fanseite schwatzgelb.de, die Fans der Borussia mit aktuellen News versorgt, ging zwischenzeitlich vor dem großen Ansturm in die Knie, das Fan-Forum meinbvb.de ächzt merklich unter dem hohen Traffic. Bei Twitter gehören die Begriffe "Mario Götze" und "Götze zu Bayern" sowie die Hashtags #Götze, #BVB und #FCB schon zu den größten zehn Trends. Die Aktie von Borussia Dortmund sackte nach Bekanntwerden des Transfers um bis zu 3,9 Prozent auf 3,10 Euro ab. Sie war laut "Focus Online" damit so billig wie zuletzt Anfang März.

Außerdem verschaffte die Nachricht von dem Transfer einem alten Klassiker zu frischem Ruhm: Sowohl auf Facebook als auch auf Twitter wird fleißig der Song "Bayern" von den Toten Hosen geteilt. Refrain: "Ich würde nie zum FC Bayern München gehn...!" ire
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