Bauers Top 100-Siegel: Vertriebstochter von WAZ und Burda scheitert mit Einstweiliger Verfügung

Montag, 03. Mai 2010
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Es steht 1:1 im Streit um Bauers Top-100-Siegel-Aktion: Nicht nur G+J, auch dem Gemeinschaftsunternehmen MZV (Moderner Zeitschriftenvertrieb) der WAZ-Gruppe und Hubert Burda Media, war das Top 100-Siegel von Konkurrent Bauer ein Dorn im Auge. Der Vertriebsdienstleister hatte einen Antrag auf eine Einstweilige Verfügung gestellt, diesen hat das Landgericht München heute zurückgewiesen. Dies bestätigte eine Gerichtssprecherin auf Anfrage von HORIZONT.NET. Zur Urteilsbegründung und den konkreten Forderungen machte das LG München keine Angaben. Der MZV kann gegen das Urteil vor dem OLG München Beschwerde einlegen.

 Michael Imhoff, Geschäftsführender Gesellschafter beim MZV, erklärt dazu auf Anfrage: "Wir hatten, ebenso wie andere Verlage, beantragt, dass die Top 100-Liste im Grosso nicht weiter verwendet wird, mussten aber in der mündlichen Verhandlung feststellen, dass sich die dortige Kammer mit der rechtlichen Einordnung - der Neutralitätsverpflichtung - äußerst schwer getan hat." Der MZV überlege zunächst nicht, weitere juristische Schritte einzuleiten, da das Landgericht Hamburg "voll in unserem Sinne entschieden hat und hier insbesondere auf Neutralitätsverpflichtung und kartellrechtliche Diskriminierung abgehoben hat", so Imhoff weiter.

In der vergangenen Woche fiel in einem ähnlichen Fall die Gerichtsentscheidung negativ für Bauer aus: Das Landgericht Hamburg gab dem Antrag von G+J statt und verbot Bauer, seine 26 Zeitschriftentitel mit dem - bereits veränderten - Siegel auf der Titelseite zu vertreiben und/oder vertreiben zu lassen. Außerdem wird Bauer verboten, die Presse-Grossisten dazu aufzurufen, die Top 100-Aktion zu unterstützen oder fortzusetzen. se
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