Bauer und Gottschalk-Brüder bieten mit WM-Supplement Alternative zum TV

Mittwoch, 01. Juni 2005

Die Bauer-Verlagsgruppe nimmt die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 zum Anlass, ein ungewöhnliches Geschäftsmodell mit einer teuren Titel-Neueinführung zu testen: Spätestens ab September soll "Fußball Fieber" als Gratis-Supplement den vier Bauer-Programmies "TV Movie", "TV 14", "TV Hören und Sehen" und "TV World" beiliegen - zunächst monatlich mit 20 Seiten, ab 2006 bis zur WM im Sommer dann 14-tägig mit deutlich mehr Seiten. Anvisierte Reichweite: über 14 Millionen Leser, das ist ein gutes Fünftel aller Deutschen über 14 Jahren.

Das Ungewöhnliche dabei: Bei dem Projekt gibt der Großverlag das Anzeigengeschäft aus der Hand. Stattdessen übernimmt Christoph Gottschalk die Akquise. Er und sein Bruder, der "Wetten, dass ...?"-Showmaster Thomas Gottschalk, halten mit ihrer Münchner Vermarktungsagentur Dolce Media eine Sublizenz der Fifa für deutschsprachige Zeitschriften-Supplements.

Vorrangige Zielgruppe für die Anzeigenakquise sind die 15 globalen und sechs nationalen offiziellen Sponsoren der WM 2006. "Das sind Unternehmen, die für ihre Sponsorship viel Geld bezahlt haben, die aber im TV nur begrenzte Werbemöglichkeiten haben", sagt Christoph Gottschalk im HORIZONT-Interview. Besonders auf ARD und ZDF seien die Umfelder wegen der 20-Uhr-Werbegrenze rar, die Presenter-Plätze längst vergeben. Stattdessen bietet sich Bauer an: Bei "Fußball Fieber" verspricht Andreas Schoo, Verlagsgeschäftsführer Programmzeitschriften, "Reichweite wie im TV und Strukturen wie in Print".

Für das Projekt nimmt der Bauer-Verlag knapp 5 Millionen Euro in die Hand. Die Investition soll sich zum einen durch erhöhte Abverkäufe der vier Träger-Programmies rechnen. Zum anderen ist Bauer an den Anzeigenerlösen beteiligt. rp

Alles zum Doppelpass zwischen Bauer und den Gottschalk-Brüdern in der HORIZONT-Ausgabe 22/2005, die am Donnerstag dieser Woche erscheint.
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