Bauer sucht Recht: Neue EV gegen Condé Nast

Freitag, 31. Oktober 2008
Bauer geht erneut gegen Condé Nast vor
Bauer geht erneut gegen Condé Nast vor
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Condé Nast Sonderkonjunkturprogramm Vanity Fair


Wenigstens zwei Branchen boomen: Der leidige Bundle-Streit zwischen den Verlagen Bauer und Condé Nast avanciert zum Sonderkonjunkturprogramm für Anwälte und Briefträger. Nach HORIZONT.NET-Informationen hat Bauer eine zweite einstweilige Verfügung (EV) an Condé Nast verschickt. Dies ist bereits die dritte EV insgesamt in diesem Streit, in dem es um die korrekte IVW-Verbuchung von „Vanity Fair"-Billigheften im Doppelpack mit anderen Verlagstiteln geht. Eine Bauer-Sprecherin wollte dies nicht kommentieren; Condé Nast möchte zu dem Thema nichts mehr sagen. Der genaue Inhalt der neuen EV ist unklar. Möglicherweise untersagt sie Condé Nast, die 20-Cent-Hefte, die nur im Bundle und nicht einzeln am Kiosk erhältlich waren, als Einzelverkäufe aufzuführen - und zwar auch nicht separat als Sonderformat. Mit dieser Variante („Big Travel-Format") hatte Condé Nast auf Bauers erste EV reagiert, die bereits die Verbuchung aller Heftvarianten in einer einzigen Einzelverkaufssumme verbot. Zwischendurch hatte Condé Nast eine EV gegen Bauer erwirkt und den Hamburgern zwei Behauptungen untersagt: Erstens, dass derartige Bundles bei den Sonstigen Verkäufen gemeldet werden müssten. Und zweitens, dass Condé Nasts Aktion gegen die IVW-Richtlinien verstoßen habe.

Interessant in diesem Zusammenhang ist ein Schriftwechsel zwischen der IVW und Vertriebskreisen, der HORIZONT.NET vorliegt. Aus dem IVW-Schreiben von Anfang September geht hervor, dass „auf der Grundlage der gegenwärtigen Richtlinien" formatveränderte Hefte, die nur im Bündel und nicht einzeln am Kiosk erhältlich sind und deren Copypreis laut Cover-Aufdruck nur ein Zehntel des Standartheftes betragen, in der IVW-Sparte „Sonstiger Verkauf" gemeldet werden müssen. Dies könnte Bauers Behauptungen stützen. Die Anwälte können sich also freuen: Man darf vermuten, dass Bauer nicht eher locker lässt, bis Condé Nast seine mittlerweile historische IVW-Meldung II/2008 abermals korrigiert und die 47.622 kleinformatigen „Vanity Fair"-Hefte von den Einzel- in die Sonstigen Verkäufe umbucht - oder das Procedere für die Zukunft grundsätzlich geklärt wird. rp
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