Bauer macht den Weg für Saban frei

Mittwoch, 12. März 2003

Der Heinrich-Bauer-Verlag hat genug vom Pokerspiel und zieht sich aus dem Bieterverfahren um Kirch Media zurück. "Wir werden uns aber nicht an einer Art Auktion beteiligen, in der unterschiedliche Bieter wechselseitig die Preise hochtreiben", erklärt Verlagssprecher Andreas Fritzenkötter. Die Zusammenarbeit mit der Insolvenzverwaltung sei bis zum Schluß der Verhandlungen konstruktiv und vertrauensvoll gewesen.

Prinzipiell habe Bauer weiterhin Interesse an einem Engagement bei Pro Sieben Sat 1 Media und dem Filmrechtehandel und sei jederzeit bereit, die Verhandlungen mit der Insolvenzverwaltung der Kirch Media wieder aufzunehmen. Das Wettrennen der vergangenen Wochen mache Bauer jedoch nicht mit. US-Milliardär Haim Saban hatte den Bauer-Verlag zuletzt um schätzungsweise 200 Millionen Euro überboten und galt damit bei den Gläubigern als Favorit für die Übernahme der insolventen Kirch Media.

Inzwischen hat die Geschäftsführung von Kirch Media "Verständnis" für den Rückzug von Bauer geäußert. Kirch-Media-Geschäftsführer Hans-Joachim Ziems begrüßte gleichzeitig "dass der Bauer-Verlag weiterhin offen für einen Vertragsabschluss ist". Nach Ansicht der Geschäftsführung und des Sachwalters Michael Jaffé sei der konzeptionelle Ansatz des Bauer Verlags für eine Übernahme der Kirch-Media-Teile "schlüssig und stimmig". Allerdings sei die Offerte des Mitbieters Saban zur Zeit sowohl im materiellen Bereich als auch in der zeitlichen Umsetzung attraktiver.

Laut Ziems habe Kirch Media im Interesse der Gläubiger die Endverhandlungen mit Saban aufgenommen, um das bessere Angebot "vertraglich wasserdicht zu machen". Der Gläubigerausschuss der Kirch Media hat in seiner Sitzung am vergangenen Montag die Geschäftsführung und den Sachwalter aufgefordert, bis zum kommenden Wochenende mit einem von beiden Bietern abzuschliessen. sch
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