Bauer kauft Zeitschriftenverlag in Polen

Samstag, 30. Mai 2009
Bauer hält 79 Prozent an Phoenix Press in Breslau
Bauer hält 79 Prozent an Phoenix Press in Breslau

Die Bauer Media Group wächst weiter (nur) im Ausland. Der Hamburger Großverlag hat sich mehrheitlich (79 Prozent) am Zeitschriftenhaus Phoenix Press in Breslau beteiligt. Die übrigen 21 Prozent verbleiben beim Gründer und Chef des polnischen Verlags, Lech Poniznik-Kunkel. Dies haben Phoenix Press und Bauer Mitte Mai per gemeinsamer Pressemitteilung in Polen verkündet - bisher eher unbemerkt hierzulande. Beide Verlage arbeiten schon länger zusammen; so publiziert Phoenix Press etwa polnische Lizenzausgaben von Bauer-Titeln wie „Bravo" und „Tina". Künftig wollen beide Verlage noch enger kooperieren, etwa bei Vertrieb und Anzeigenvermarktung.

Das Portfolio von Phoenix Press (1995 gegründet) umfasst knapp 30 Zeitschriften aus den Bereichen Frauen/Yellowpress, Rätsel, Kochen, Kinder/Jugend und Ratgeber. Hinzu kommen weitere rund 30 Sonderheft-Titel. Mit dieser jüngsten Akquisition dürfte Bauer zum größten Zeitschriftenverlag in Polen aufgestiegen sein, wo die Hamburger zudem im Internetportal- (Interia.pl), Radio- (Broker FM), Medienclub- (Bauer Weltbild) und Druckereigeschäft unterwegs sind.

Angesichts von Titeleinstellungen und sinkender Umsätze im Heimatmarkt Deutschland einerseits und Zukäufen jenseits der Grenzen andererseits steigt der Anteil von Bauers Auslandserlösen am Gesamtumsatz weiterhin massiv. Schon 2008 dürfte Bauer knapp 880 Millionen Euro im Ausland erzielt haben - das sind rund 49 Prozent des Gesamtumsatzes (Anteil 2007: 46 Prozent). Und darin sind die Umsätze der vor einem Jahr erworbenen Publikumszeitschriften- und Radiosparte des britischen Verlags Emap noch nicht einmal berücksichtigt. Und die jüngste Akquisition von Phoenix Press schon gar nicht. rp
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