Bauer greift mit „TV Movie Digital“ Springer und Burda an

Montag, 18. August 2008
Der Titel soll mittelfristig sechsstellige Verkaufszahlen erreichen
Der Titel soll mittelfristig sechsstellige Verkaufszahlen erreichen

Am Freitag dieser Woche ist es soweit: Dann bringt die Bauer Verlagsgruppe mal wieder eine neue Programmzeitschrift auf den Markt – diesmal speziell für digitale Fernsehangebote. „TV Movie Digital“ erscheint als Ableger von „TV Movie“ im selben 14-täglichen Turnus. Bereits im März hatte HORIZONT.NET über das Projekt berichtet. „TV Movie Digital“ wird 1,60 Euro kosten („TV Movie“: 1,50 Euro). Durch die Übersicht über die wichtigsten Sender von sieben digitalen Programmpaketen neben dem Free-TV, einen eigenständigen Mantelteil sowie eine regelmäßige Fußball-Strecke ist das neue Heft mit 268 Seiten um 56 Seiten dicker als die Klassikausgabe. Die Druckauflage liegt bei 330.000 Stück, die Verkaufserwartung mittelfristig im sechsstelligen Bereich. Alle drei „TV Movie“-Varianten – inklusive der DVD-Ausgabe – sollen als Einheit vermarktet und in der IVW entsprechend gemeinsam ausgewiesen werden. Im 2. Quartal 2008 kam „TV Movie“ mit seinen bisherigen beiden Ausgaben auf eine verkaufte Auflage von knapp 1,7 Millionen Heften, das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahresquartal.

Chefredakteur Stefan Westendorp: Mit TV Movie Digital bringen wir ein neues, eigenständiges Programmzeitschriften-Konzept für die Digital Mover auf den Markt - jene Menschen, die sich aktiv mit den Angeboten der digitalen Medienwelt beschäftigen.“
„Mit TV Movie Digital bringen wir ein neues, eigenständiges Programmzeitschriften-Konzept für die Digital Mover auf den Markt – jene Menschen, die sich aktiv mit den Angeboten der digitalen Medienwelt beschäftigen“, sagt Chefredakteur Stefan Westendorp. Als Ordnungsprinzip hat er unter dem Label „Twin View“ die übersichtliche Trennung zwischen Digital- und Free-TV eingeführt. Dies entspreche dem Informationsbedürfnis von Digital-TV-Nutzern, so Westendorp. „Twin View“ steht auch im Mittelpunkt der Werbekampagne mit TV (Produktion des 20-Sekünders: Parasol, Düsseldorf), Print, Internet, Außenwerbung und Promotions, die am Donnerstags startet. Objektleiter Heiko Willers hat dafür brutto einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung. Den Projektetat betreut BBDO in Berlin, die Planung besorgt Mediacom.

„TV Movie Digital“ ist nicht der erste Versuch von Bauer, im wachsenden Teilsegment der Digital-TV-Programmies Fuß zu fassen. 2004 wollte der Großverlag mit „TV World“ dem Erzrivalen Axel Springer und dessen ebenfalls 14-täglichem „TV Digital“ den Kampf ansagen – letztlich erfolglos. Anschließend hat Bauer „TV World“ zum Supplement eines Teils seiner Programmies degradiert und einen eigenständigen Digitalfernsehen-Ableger verworfen. Vor allem die steigenden Einzelverkaufszahlen von Springers „TV Digital“ dürften Bauer nun abermals zum Umdenken veranlasst haben: Mit „TV Movie Digital“ versucht der Hamburger Großverlag, die erodierende Gesamtauflage seines Programmie-Flaggschiffs „TV Movie“ zu stützen. Leicht wird das nicht, denn seit Mai drückt auch Springer – neben den mittlerweile fünf Spezialausgaben von „TV Digital“ – mit „TV Digital XXL“ eine Heftvariante mit den Bouquets mehrerer großer Pay-TV-Anbieter in den Markt. Ebenfalls im Segment unterwegs ist die Burda-Tochter Milchstrasse ist mit „TV Spielfilm XXL“ und „TV Today Digital“.
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