Bauer erwirkt einstweilige Verfügung gegen Spiesser

Dienstag, 11. November 2008
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Die Bauer Verlagsgruppe hat gegen die Dresdner Spiesser GmbH, die die Jugendzeitschrift "Spiesser" verlegt, eine einstweilige Verfügung beim Hamburger Landgericht erwirkt. Stein des Anstoßes ist der aktuelle Claim der "Spiesser"-Kampagne "Deutschlands auflagenstärkste Jugendzeitschrift". Laut Bauer hat das Landgericht die Werbung vorläufig verboten, da ein „erheblicher Wettbewerbsverstoß" vorliegt. Bauer hat das Verfahren angestrengt, weil, im Gegensatz zur Wochenzeitschrift "Bravo", "Spiesser" fünfmal im Jahr erscheint und kostenlos an Schulen, Freizeittreffs und Berufsinformationszentren ausliegt. Nach Bauer könne sich "Spiesser" „deshalb nicht mit den Kaufzeitschriften des Jugendmarktes" vergleichen. "Bravo" erzielte im dritten Quartal laut IVW eine verbreitete Auflage von 476.427 Heften und eine verkaufte Auflage von 473.127 Exemplaren. Die Bauer-Wochenzeitschrift positioniert sich selbst sowohl als "Deutschlands" als auch als "Europas größte Jugendzeitschrift".

"Spiesser" kann die einstweilige Verfügung nicht bestätigen. Der Verlag hat nach eigenen Angaben bisher keine Benachrichtigung über das Ergebnis des Verfahrens erhalten. Geschäftsführer Frank Haring zeigt sich aber kampfeswillig: „Die Entscheidung des Heinrich Bauer Verlags, gegen Spiesser eine einstweilige Verfügung zu beantragen, belegt die Wettbewerbssituation an der Spitze des Jugendsegments. Wir finden, dass man bei einer IVW-geprüften verbreitete Auflage von 985.557 Exemplaren und einem beträchtlichem Abstand zu den Mitbewerbern von ‚Deutschlands auflagenstärkstem Jugendmagazin' sprechen darf und kann. Wir prüfen deshalb jetzt die Möglichkeiten, dies auch juristisch durchzusetzen." nk
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