Bauer erringt Punktsieg gegen "Spiesser"

Donnerstag, 19. April 2012
Der "Spiesser" musste vor Gericht eine Schlappe einstecken
Der "Spiesser" musste vor Gericht eine Schlappe einstecken

Punktsieg für die Bauer Media Group im Streit mit der Jugendzeitschrift "Spiesser". Das Landgericht München hat dem Verlag aus Dresden untersagt, gegenüber Werbekunden mit nicht belegten Auflagenzahlen zu werben. "Spiesser", das sich an eine ähnliche Zielgruppe wie Bauers unter Auflagenschwund leidendes Jugendmagazin "Bravo" richtet, wird kostenlos an Schulen im gesamten Bundesgebiet verschickt. Die verbreitete Auflage lag laut IVW angeblich bei rund 771.000 Exemplaren. Bauer zweifelt die offiziellen Zahlen allerdings an und wollte es genau wissen: Im März 2011 hatte der Verlag stichprobenartig Schulen in Bayern angeschrieben und von den Schulleitungen Auskunft darüber verlangt, ob der "Spiesser" dort tatsächlich ausliegt. Aus den Antworten schloss der Verlag, dass die Zahlen der Dresdner nicht korrekt sind.

Das Münchner Gericht fordert nun, dass der Verlag die Auflage künftig genauer nachweisen muss. Überdies müssten die Schulen zustimmen, bevor die Zeitschrift ausgelegt werden darf. Beide Forderungen dürften dem Gratistitel das Leben deutlich schwerer machen.

"Spiesser" selbst wirbt inzwischen nicht mehr mit IVW-Zahlen, sondern mit seiner Druckauflage von 500.000 Exemplaren und 510.000 Lesern pro Ausgabe laut AWA. Das Urteil des Landgerichts München ist noch nicht rechtskräftig. dh
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