Bauer Media Group geht erneut gegen "Spiesser" vor

Montag, 11. April 2011
Die kostenlose Verteilung ist Bauer ein Dorn im Auge
Die kostenlose Verteilung ist Bauer ein Dorn im Auge

Der Hamburger Großverlag Bauer geht gegen die kostenlose Verteilung der Jugendzeitschrift "Spiesser" an deutschen Schulen vor. Das Blatt mit einer Gesamtauflage von rund 800.000 Exemplaren liegt an vielen deutschen Schulen gratis aus. Die "Stabsstelle Medienrecht" der Bauer Media Group verlangt von mehreren Schulen Auskunft darüber, auf welcher rechtlichen Grundlage die Verbreitung des "Spiesser" erfolge, berichtet der "Spiegel". Da es sich bei der Zeitschrift um ein "anzeigenfinanziertes und damit kommerzielles Objekt handle, habe der Bauer Verlag "erhebliche Bedenken" gegen die kostenlose Verteilung. Sollten die jeweiligen Schulen nicht auf die Anfrage reagieren, wollen sich die Juristen von Bauer an die zuständigen Schulbehörden oder das verantwortliche Ministerium wenden. Der Spiesser-Verlag mit Sitz  in Dresden sieht die Verteilung seiner Zeitschrift durch die Pressefreiheit gedeckt.

Bauer geht nicht zum ersten Mal rechtlich gegen den "Spiesser" vor, der die gleiche Zielgruppe wie Bauers Jugendzeitschrift "Bravo" addressiert. 2008 hatte Bauer gegen den Dresdner Verlag eine einstweilige Verfügung erwirkt. Stein des Anstoßes war der Claim einer "Spiesser"-Kampagne, in der das Heft als "Deutschlands auflagenstärkste Jugendzeitschrift" bezichnet wurde. 

"Spiesser" kommt laut IVW auf eine verbreitete Auflage von rund 770.000 Exemplaren (IVW IV/2010), die "Bravo" auf rund 400.000 Stück. dh
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