Bauer: Journalistenschüler sollen Zeitschrift entwickeln

Dienstag, 05. Juli 2011
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Wenn das mal kein schönes Ausbildungsziel ist: Die 20 Nachwuchsredakteure des ersten Jahrgangs der neuen Bauer-Journalistenschule, die in dieser Woche ihre zweijährige Ausbildung beginnen, sollen am Ende ihrer Lehrzeit eine Zeitschrift entwickeln - bis hin zur Marktreife. „Es ist der Wunsch des Verlages, dass diese Zeitschrift dann auch erscheint, und zwar regelmäßig", sagte Uwe Bokelmann, multipler Chefredakteur („TV 14", „TV Hören und Sehen", „Welt der Wunder", „Happinez"), so etwas wie der erste Journalist des Hauses und einer von fünf Bauer-Blattmachern, die die Journalistenschule als Kuratorium führen. Und Bokelmann sprach vor hochrangigen Zeugen am Montagabend in Hamburg: Olaf Scholz, der Erste Bürgermeister der Hansestadt, eröffnete die Journalistenschule der Bauer Media Group gemeinsam mit Verlegerin Yvonne Bauer. Journalistenlegende Peter Scholl-Latour sagte ein paar launige Worte, und Alt-Kollege Gerd Ruge war ebenso zugegen wie weitere Vertreter aus Medien und Wirtschaft. Und natürlich Alt-Verleger Heinz Bauer. Der Familienverlag hatte seine Ausbildungspläne im Januar publik gemacht.

Interessant die Nuancen in den Reden des Politikers Scholz und der Verlegerin Bauer. Sie sprach von einer „auf unsere Bedürfnisse zugeschnittenen Journalistenschule", getreu dem Motto „Aus der Praxis für die Praxis", als Investition in die Zukunft des Verlages. „Mit Journalismus kann und muss Geld verdient werden", antwortete Scholz - und ergänzte: Zugleich brauche man qualifizierte Nachwuchsjournalisten, um eine funktionierende gesellschaftliche Öffentlichkeit sicherzustellen. „Wir haben nichts von einem Journalismus, der nur dem Profit dient", so der SPD-Politiker: „Wenn sich die Bauer Academy dem Ausgleich dieser Interessen verpflichtet, dann wird sie eine echte Bereicherung am Medienstandort Hamburg sein." So klingen erhobene Zeigefinger.

Chefredakteur Bokelmann gefiel mit einer leisen und dennoch leidenschaftlichen Rede über den Journalismus und seine Anforderungen. Eine Rede, in der er etliche Dichter und Denker zitierte. Eine Rede, wie man sie fast auch bei der Verleihung des Kisch-Preises halten könnte. Schräg hinter Bokelmann präsentierte sich derweil die bekannt bunte Titelpalette des Hauses in ihrer ganzen populären Prägnanz und vollen Farbenpracht.

Als hätte sie solche stillen gedanklichen Vergleiche geahnt, stellte Verlegerin Yvonne Bauer selbstbewusst mit rhetorischen Fragen klar: „Was versteht unser Haus unter journalistischer Qualität? Mit einem Nischenprodukt 20.000 Leser zu erreichen? Oder den schwierigen, anspruchsvollen Weg zu beschreiten, Millionenauflagen zu generieren und damit Millionen Lesern das zu geben, was sie sich wünschen und mit einem Gang zum Kiosk jede Woche unter Beweis stellen?" rp
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