Bauer-Chef Schoo formuliert sechs Thesen zur Zukunft von Print

Mittwoch, 20. Januar 2010
Der Kongress findet zum 2. Mal statt
Der Kongress findet zum 2. Mal statt

Andreas Schoo, Geschäftsleiter Bauer Media Group, hat in seiner Rede beim 2. Deutschen Medienkongress die Gattung Print verteidigt. „Print ist lebendiger denn je", appellierte er an das Publikum und wehrte sich damit gegen den Abgesang auf das gedruckte Medium. Seine Ideen von der Zukunft der Gattung Print fasst er in sechs Thesen zusammen.  1. Print ist Massenkommunikationsmittel und zugleich Zielgruppenmedium Nummer 1: Zahlreiche Publikumszeitschriften und Nachrichtenmagazine verzeichneten nach wie vor eine hohe Reichweite. Über Special-Interest-Titel ließen sich bestimmte Lesergruppen sehr genau ansprechen.

2. Magazin-Bashing als Medientrend: Nach Meinung von Schoo blickt die deutsche Medienbranche zu sehr in Richtung USA. Dort sei die Situation tatsächlich kritisch, da das Businessmodell der Verlage ausschließlich auf Werbeerlösen basiere. Der deutsche Zeitschriftenmarkt funktioniere dagegen nach einem anderen Modell. Hierzulande sei auch das Erlösgeschäft ein wichtiges Standbein, so dass der Einbruch der Werbeerlöse besser verkraftet werden könne.

3. Die Zukunft von Print liegt in Print: Das Internet allein könne das gedruckte Medium nicht retten. Zu groß sei der Preisdruck im Online-Werbemarkt, um ausreichende Erlöse zu erzielen. Schoos Schlussfolgerung lautet daher: „Die Lösung für die Probleme im Printmarkt muss aus der Gattung selbst kommen. Das Internet kann nur unterstützend wirken."

4. Stay different and relevant: Es gibt ein massives Überangebot im Printmarkt, weshalb laut Schoo nur die Titel überleben können, die einen klaren USP und eine relevante Zielgruppe haben. Als Beispiele nennt er die Zeitschriften „Bravo", „Neon" und „Landlust".

5. Die Bedürfnisse der Werbekunden sind entscheidend: In seiner Rede fordert Schoo mehr Transparenz durch einfachere Preismodelle. Zudem verlangt er mediengerechte Performancenachweise, damit der Kunde besser nachvollziehen kann, was er für sein Geld bekommt. Als einen richtigen Schritt wertet er die Initiative Ad Impact Monitor des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger, die so schnell wie möglich in die Praxis umgesetzt werden müsse.

6. Print ist ein „must" für die Mediaplanung: Kein anderes Medium werde so intensiv, aktiv und selbstgesteuert genutzt wie Print. „Während viele Menschen telefonieren oder im Netz surfen, während sie fernsehen, verzichten sie bei der Printlektüre auf Multitasking." Werbung in gedruckter Form wirke daher nachhaltiger als in digitalen Medien. bn
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