Barnesandnoble.com ist an der Börse, weitere Bertelsmann-Unternehmen sollen folgen

Dienstag, 25. Mai 1999

Nachdem das Bertelsmann-Joint-Venture barnesandnoble.com den "größten Börsengang einer Internet-E-Commerce-Company" am Dienstag hinter sich gebracht hat, gehen die Gedankenspiele von Bertelsmann-Vorstandsvorsitzendem Thomas Middelhoff schon weiter. In einem Interview mit der "New York Times" gab der Bertelsmann-Neudenker zu Protokoll, daß weitere Börsengänge von Bertelsmann-Unternehmen nicht auszuschließen seien. Dabei ging es allerdings weniger um die Bertelsmann-Agentur Pixelpark, die noch in diesem Jahr an die Börse gebracht werden soll, sondern um Bertelsmann Fachinformation. Deren Börsengang schließt Middelhoff nun auch nicht aus. Vorerst handele es sich dabei aber, so ein Unternehmenssprecher, nur um Denkmodelle und nicht um konkrete Vorhaben. Eingebunden in Überlegungen dieses Denkmodells sei eben auch die Bertelsmann Fachinformation beziehungsweise einzelne Unternehmen dieses Bereichs. Im Fokus zukünftiger Börsengänge von Bertelsmann-Unternehmungen stehen aber ganz offensichtlich Linie multimedial ausgerichtete Zweige des Unternehmens. Die Börsengänge einzelner Unternehmen mit Internet- oder Multimedia-Fokus würden eine "neue Währung" schaffen, die es dem Gütersloher Konzern ermöglichten, beispielsweise per Aktientausch in junge Start-ups zu investieren oder genügend Kapital für eigene Neugründungen zu bekommen, heißt es aus Gütersloh. Außerdem, so ein Bertelsmann-Sprecher, könnte mit den Erträgen aus den Börsengängen wieder in das Stammgeschäft reinvestiert werden. Und, last but not least: Aktiengesellschaften seien "sexy": "Börsengänge machen Unternehmen attraktiv, insbesondere für junge Management-Talente", sagt der Bertelsmann-Sprecher.
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