Banken wollen Kirch-Beteiligung

Montag, 25. Februar 2002

Unter Hochdruck arbeiten die Gläubigerbanken der Kirch-Gruppe an einer Lösung für die Finanzmisere des Konzerns. Ein Konsortium aus Bayerischer Landesbank, Hypo-Vereinsbank, Dresdner Bank, Commerzbank und DZ Bank will laut "Süddeutsche Zeitung" einen erheblichen Teil der Milliarden-Kredite in Geschäftsanteile an der Kirch-Media und Premiere World umwandeln.

Am Wochenende hatte Leo Kirch gegenüber dem "Spiegel" eine Übernahme des Konzerns durch Rupert Murdoch nicht ausgeschlossen. Kirch: "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen. Die Knochen wird auch Murdoch mir schon lassen." Kirch-Vize Dieter Hahn betonte unterdessen, dass bis Ende Juni, wenn der Millionenkredit der Bayerischen Landesbank fällig werde, eine stabile Kapitalstruktur stehen müsse.

Hauptsorgenkind bleibt Premiere. "Unser enormer Kapitalbedarf dort hat eine Größenordnung erreicht, die nicht mehr von einem einzelnen Unternehmer ohne stabile Partner realisiert werden kann." Der neue Premiere-Chef Georg Kofler soll mit einer Radikalkur dafür sorgen, das der Bezahlsender schon mit 3 bis 3,5 Millionen Kunden operativ in die schwarzen Zahlen komme. Bisher war man davon ausgegangen, das hierfür mindestens 4 Millionen Abonennten nötig seien.
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