Banken lassen Senioren im Netz alleine

Mittwoch, 07. November 2001

Die Gruppe der über 50-Jährigen verzeichnet in Deutschland den stärksten Zuwachs an Internet-Usern. Die Anzahl der so genannten Silver Surfer stieg im letzten Jahr um über 10 Prozent. Dennoch stellen sich Unternehmen, insbesondere Finanzdienstleister, nur langsam auf Angebote für Senioren ein.

Dies ergab eine Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner. Untersucht wurden die Webauftritte von insgesamt 94 Banken und 94 Versicherungen. Knapp 30 Prozent der Versicherungen halten auf ihren Sites spezielle Angebote für Senioren bereit. Sie liegen damit weit vor den Banken. Denn nur knapp 13 Prozent der Webauftritte von Banken sind mit Angeboten für ältere Menschen ausgestattet. Positiv fielen bis jetzt unter anderem die Sites der Deutschen Bank, der DG Bank, der Dresdner Bank, der Citibank, der Commerzbank, der Stadtsparkasse München und von Credit Suisse auf.

Laut Mummert + Partner sollten die Finanzdienstleister ihre Homepage zusätzlich mit Ansparplänen für Kinder und Enkelkinder im Internet, mit einer Online-Vermögensverwaltung für Senioren oder mit einer Möglichkeit zur Vorsorge im Erbfall per Internet erweitern. Ein weiteres Problem sei der mangelnde Service der Banken rund um den Online-Zugang. Oft seien Senioren an der Internet-Nutzung interessiert, könnten jedoch eine anfängliche Hemmschwelle nicht abbauen. Hier sollte laut Mummert + Partner Hilfe angeboten werden, um den Kundenstamm zu sichern.
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