BVDW: Pläne für Internet-Datenschutz könnten den Online-Werbemarkt nachhaltig schädigen

Mittwoch, 15. Juni 2011
BVDW-Vizepräsident Matthias Ehrlich hofft auf eine gemeinsame Lösung von Politik und Industrie
BVDW-Vizepräsident Matthias Ehrlich hofft auf eine gemeinsame Lösung von Politik und Industrie


Die Kritik am Vorstoß des Verbraucherministeriums zum Thema Internet-Datenschutz wächst. Nun äußert sich auch der Bundesverband Digitale Wirtschaft  (BVDW): Die Pläne besäßen "das Potenzial, auch den gesamten legalen Online-Werbemarkt nachhaltig zu schädigen", erklärt BVDW-Vizepräsident Matthias Ehrlich.
Nach Plänen von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sollen Unternehmen, die im Internet werben, künftig für Verstöße gegen den Datenschutz haften. Dabei soll auch eine Abmahnung möglich sein, wenn nicht das werbende Unternehmen selbst gegen Datenschutz-Regeln verstößt, sondern die Plattform, auf der die Anzeige geschaltet wird. Dies würde dazu führen, dass deutsche Datenschutzgesetze auch bei Internetangeboten angewendet werden könnten, deren Server im Ausland stehen.

Aus Sicht des BVDW "wird dieser Vorschlag der ökonomischen Bedeutung des heutigen Internets nicht gerecht". Diese Entwicklung verlagere "eine Verantwortung auf die Werbungtreibenden, die sie mangels Wissen und Kontrollmöglichkeiten nicht wahrnehmen könnten", so Ehrlich. "Vielmehr sollten Politik und Industrie gemeinsam auf eine einheitliche Beachtung angemessener Datenschutzstandards weltweit hinwirken."

Auch die Organisation für Werbungtreibende im Markenverband (OWM) kritisierte die Pläne des Verbraucherschutzministeriums: "Eine solche Regelung wäre schlicht unsinnig, weil Unternehmen für Dinge haftbar gemacht werden, die sie gar nicht prüfen können", erklärte OWM-Vorsitzender Uwe Becker. sw
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