BLM: Warum soziale Medien Obamas Wiederwahl sicherten

Mittwoch, 14. November 2012
Barack Obamas rekordträchtiger Siegestweet (Bild: Screenshot von twitter.com/BarackObama)
Barack Obamas rekordträchtiger Siegestweet (Bild: Screenshot von twitter.com/BarackObama)


Die Bayerische Landesmedienanstalt (BLM) hat in einer Kooperationsveranstaltung mit dem US-Generalkonsulat in München die Rolle der Medien im US-Wahlkampf unter die Lupe genommen. Fazit: Barack Obama wurde unter anderem deswegen wiedergewählt, weil er virtuoser auf der Klaviatur der sozialen Medien zu spielen vermochte als sein Herausforderer Mitt Romney. Obamas Wiederwahl sei "darauf zurückzuführen, dass er soziale Netzwerke effektiver genutzt hat als sein Konkurrent", so das Urteil von William E. Moeller, US-Generalkonsul in München. "Die gesellschaftliche und politische Wirkung dieser Netzwerke ist nicht weniger als revolutionär." Wie wirkungsvoll der Einsatz des US-Präsidenten bei Twitter, Facebook und Co. wirklich ist, zeigte sich unmittelbar nach seinem Triumph bei der Wahl: Obamas Siegestweet wurde innerhalb kürzester Zeit so häufig weitergeleitet wie noch kein Tweet zuvor.

Verantwortlich für die gute Web-Perfomance war neben Obama auch sein mehrere hundert Mitarbeiter umfassendes Team, das sich um die Social-Media-Accounts des Amtsinhabers gekümmert habe, so Matthias Kolb, US-Korrespondent für Sueddeutsche.de. Auch Romney habe ein solches Team gehabt. "Amerikanische Politik ist ein Milliarden-Dolla-Business", so Kolbs Fazit.

Für die vielfältigen Möglichkeiten zur Social-Media-Nutzung trägt nicht zuletzt der Boom mobiler Endgeräte bei: Dass es heute viel mehr Smartphones und Tablets gebe als noch 2008, bedeute für die Kandidaten zwar höhere Anforderungen, weil sie nie unbeobachtet seien, so die US-Hochschullehrerin Molly Selvin. Gleichzeitig hätten sie dadurch aber neue Möglichkeiten, ihre Wähler durch "Microtargeting" gezielter anzusprechen und zu mobilisieren. Gleichwohl hätten die neuen Technologien den  Wahlkampf verschärft: "Extremismus und Übertreibung waren alltäglich, Opfer waren die Fakten". ire
Meist gelesen
stats