BGH: TV-Werbeblocker darf auf den Markt kommen

Freitag, 25. Juni 2004
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Bundesgerichtshof RTL Karlsruhe Privatsender Tivion


Der TV-Sender RTL ist offenbar endgültig mit dem Versuch gescheitert, ein Gerät zum Ausblenden von Werbung im Fernsehen gerichtlich verbieten zu lassen. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies in einem am Freitag in Karlsruhe veröffentlichten Urteil die Klage des Privatsenders zurück. Dem BGH zufolge erschwere ein Werbeblocker zwar die Tätigkeit des durch Werbung finanzierten Fernsehens. Von einer existenziellen Gefährdung des Fernsehsenders RTL sei aber nicht auszugehen. Das Gerät wirke nicht unmittelbar auf die Werbespots ein, sondern biete dem Konsumenten lediglich eine technische Hilfestellung zum Ausblenden nicht gewünschter Werbung.

Damit kann die Firma TC Unterhaltungselektronik nach fünfjährigem Rechtsstreit um sein Gerät "Fernseh-Fee" und den Nachfolger "Tivion" auf den Markt. Bereits kommende Woche will das Unternehmen mit der Produktion des Tivion beginnen und damit vom Weihnachtsgeschäft profitieren. Es handelt sich nach Unternehmensangaben bei Tivion um einen 99 Euro teuren Adapter, der Computer und Fernsehgerät miteinander verbindet und mit Hilfe von Signalen, die über das Internet ausgesendet werden, Werbeblöcke ausblenden oder auf werbefreie Kanäle umschalten kann. nr
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