BDZV und VDZ unterstützen Verfahren der EU gegen Google

Mittwoch, 01. Dezember 2010
Dietmar Wolff fordert von Google mehr Fairness und Transparenz
Dietmar Wolff fordert von Google mehr Fairness und Transparenz

Die deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenverleger begrüßen den Schritt der EU-Kommission, ein kartellrechtliches Prüfverfahren gegen den Internetriesen Google einzuleiten. "Brüssel sendet ein deutliches Signal ins kalifornische Mountain-View, dass es so nicht weitergeht", sagt Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Hubert Burda, Präsident des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) forderte den Suchmaschinenanbieter zum Entgegenkommen auf: "Google sollte jetzt schnell auf einen Kooperationskurs einschwenken, statt sich auf ein langes Kartellverfahren einzulassen." Hintergrund: Die EU-Kommission ermittelt, ob der Konzern seine marktbeherrschende Stellung bei der Online-Suche missbraucht hat. Konkret geht es um den Vorwurf, Google räume seinen eigenen Diensten in den Suchergebnissen einen bevorzugten Rang ein und benachteilige Dienste konkurrierender Unternehmen. Das Kartellverfahren wurde durch die Beschwerden mehrerer Wettbewerber von Google ins Rollen gebracht. Zu den Beschwerdeführern gehören die französische Rechtssuchmaschine Ejustice.fr, das Preisvergleichsportal Foundem und das Microsoft-Portal Ciao. Auch VDZ und BDZV hätten sich bereits gegenüber dem Bundeskartellamt über ihren Verdacht der Ungleichbehandlung geäußert.

Die Verleger appellieren an Google, Suche und Abrechnung im Netz fair zu gestalten. Schließlich hänge von der Einhaltung dieser Spielregeln ab, ob die Printhäuser im Netz Geld verdienen könnten. Google selbst zeigt sich kooperativ. In einer ersten Stellungnahme hat das Unternehmen bereits angekündigt, mit den Ermittlungsbehörden zusammenzuarbeiten. Falls sich die Vorwürfe bestätigen, droht dem Suchmaschinenbetreiber eine Kartellstrafe in Millionenhöhe. bn
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