BDZV kritisiert "Huffington Post" als Gratiszeitung

Donnerstag, 20. Juni 2013
"Angriff auf Bezahlmodelle der Verlage": Springer-Manager Jan Bayer
"Angriff auf Bezahlmodelle der Verlage": Springer-Manager Jan Bayer


Die deutschen Zeitungsverleger stehen dem Start der "Huffington Post" in Deutschland  kritisch gegenüber: Das Projekt sei vergleichbar mit dem Start einer Gratiszeitung, sagte  Axel-Springer-Vorstand und BDZV-Vizepräsident Jan Bayer auf dem Kongress "Zeitung Digital" des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Der Start der Internet-Zeitung sei "ein Angriff auf alle Versuche von Verlagen, Bezahlmodelle für publizistische Angebote im Internet zu entwickeln", betonte Bayer bei dem Zeitungskongress. Die Welt-Gruppe von Axel Springer, die der Manager verantwortet, hat vor einigen Monaten ein Paid-Content-Modell bei Welt Online eingeführt.

Die deutsche Version der Huffington Post geht im Herbst an den Start. Kooperationspartner der HuffPo in Deutschland ist die Burda-Tochter Tomorrow Focus. Zum Start werde die Huffington Post in Deutschland 15 Redakteure haben und eng mit der "Focus"-Redaktion kooperieren, sagte Tomrrow-Focus-Vorstand Christoph Schuh auf dem Kongress. Außerdem solle auch hierzulande eine Blogger-Community aufgebaut werden.

Huffington-Post-Gründerin Arianna Huffington hatte in einem Interview kürzlich versucht, Bedenken gegen die Internet-Zeitung zu zerstreuen: "Die Kritiker verstehen unser Geschäftsmodell in der Regel nicht richtig. Noch nie hatten wir irgendwelche Beschwerden darüber, dass wir Inhalte weggenommen haben", sagte sie dem "Handelsblatt". Man achte sehr darauf, die Quellen anzugeben und auf die originären Artikel zu verlinken. dh
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