BDZV fordert Umbau des Tarifwerkes / Zeitungen verlieren weiter Umsatz

Dienstag, 02. Juli 2013
BDZV-Chef Dietmar Wolff will den Manteltarifvertrag modernisieren
BDZV-Chef Dietmar Wolff will den Manteltarifvertrag modernisieren


Im Vorfeld der Tarifverhandlungen für Redakteure bei Tageszeitungen stellt Dietmar Wolff, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), erste Forderungen auf. Es sei dringend nötig, die Tarifwerke zu modernisieren und an veränderte Strukturen anzupassen.
"Dabei geht es nicht um den Ab-, sondern um den Umbau des Tarifwerkes", sagte Wolff bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin, angesichts eines weiteren schwierigen Jahres für die Gattung. Die Zeitungen mussten 2012 einen Umsatzrückgang von 3,3 Prozent auf 8,23 Milliarden Euro hinnehmen. Die Vertriebserlöse stiegen zwar um 1,4 Prozent auf 4,72 Milliarden Euro, die Anzeigenerlöse sanken jedoch um 9,1 Prozent auf 3,43 Milliarden Euro.

Der Verband hatte im Juni den Manteltarifvertrag gekündigt, der am 31. Dezember 2013 endet. Er will, dass sich die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch in dem Regelwerk widerspiegeln. So müsse darüber gesprochen werden, ob der in der Berufsjahresstaffel festgeschriebene "Anachronismus einer automatischen Gehaltssteigerung" durch erfolgs- und leistungsbezogene Komponenten ersetzt werden sollte, so Wolff. Ebenfalls auf den Prüfstand gehöre die Bestimmung, den jährlichen Urlaubsanspruch der Redakteure auf 34 Tage ansteigen zu lassen.

Auch über die Einbindung der Onlineredakteure in das Regelwerk, das die Journalistenverbände fordern, müsse geredet werden, ebenso über Aus- und Weiterbildungen und darüber, ob Verlage in strukturschwachen Regionen andere Tarifbedingungen haben sollten, als Unternehmen in wirtschaftlich stärkeren Verbreitungsgebieten. "Wir wollen mit den Gewerkschaften ein Tarifwerk schaffen, das in die Zukunft weist und sich an den ökonomischen Rahmenbedingungen sowie an einer zeitgemäßen Unternehmenskultur orientiert", so Wolff.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert derzeit 6 Prozent mehr Gehalt. Die DJU in Verdi 5,5 Prozent. Aus Wolffs Sicht sind diese Forderungen überzogen. Die Tarifverhandlungen starten am 19. Juli. pap
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