BDZV bläst geplante Gattungskampagne ab

Freitag, 17. Mai 2013
BDZV-Präsident Helmut Heinen
BDZV-Präsident Helmut Heinen


Die geplante Imagekampagne für die deutschen Tageszeitungen kommt nicht zustande. Die Delegiertenversammlung des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat sich am Donnerstag gegen das Projekt ausgesprochen. Zur Erinnerung: Der Verband hatte Ende 2012 angekündigt, die deutschen Zeitungen mit einer groß angelegten Kampagne im Internet-Zeitalter positionieren zu wollen. Mit dem Auftritt sollen Zeitungen als "universales Qualitätsmedium in einer digitalen Medienkultur im öffentlichen Bewusstsein verankert werden", kündigte Verbandssprecher Hans-Joachim Fuhrmann damals an. Doch aus der millionenschweren Kampagne wird vorerst nichts. Die Delegiertenversammlung des BDZV hat die Gattungsinitiative gestern Abend abgelehnt.

Offiziell begründet der Verband die Entscheidung vor allem mit inhaltlichen Unstimmigkeiten, die beteiligten Verlage konnten sich aber offensichtlich auch nicht auf die Finanzierung der Kampagne einigen: "Das in Zusammenarbeit mit der Agentur Grey erarbeitete Projekt stieß vor allem aus inhaltlichen, aber auch aus ökonomischen Gründen bei vielen Verlagen auf Skepsis", heißt es in einer Stellungnahme des BDZV, die HORIZONT.NET vorliegt.

Die Zeitungsverlage kämpfen derzeit auf breiter Front mit sinkenden Auflagen und bröckelnden Werbeeinahmen. Mit einer großen Gattungskampagne wollte man endlich wieder in die Offensive gehen. Sollte die Kampagne tatsächlich in erster Linie an der Finanzierung gescheitert sein, wäre das kein gutes Signal für die um ihre Position in der digitalen Medienwelt ringenden Zeitungsverlage. Ganz vom Tisch ist die Kampagne indes noch nicht: Das Thema steht bei der nächsten Delegiertenversammlung am 16. September erneut auf der Agenda. dh
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