BDZV: Zeitungen wollen Engagement im Internet weiter stärken

Donnerstag, 04. Juli 2002

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) intensivieren die Verlage ihre Anstrengungen, um ihre Position im Internet weiter auszubauen. Allerdings seien diese Maßnahmen weiterhin mit hohen Investitionen verbunden. Der Return on Investment ist nach Ansicht des Leiters Kommunikation und Multimedia beim BDZV, Hans-Joachim Furhmann, nicht abzusehen. Dennoch ist der Verband mit der Entwicklung zufrieden. Derzeit seien etwa 400 Verlage im Netz präsent, manche davon sogar mit mehreren Online-Angeboten. Auch die Zahl der Nutzer steige rapide an. Laut IVW werden pro Zeitungsangebot monatlich durchschnittlich vier Millionen Seitenabrufe registriert. Dies entspreche einer Verdoppelung der Abrufe im Vergleich zum vergangenen Jahr. Als Ursache wird ein Wachstum einzelner Print-Titel genannt, aber auch die Ausweitung der Web-Angebote und eine offensivere Vermarktung. Momentan seien die Verlage dabei, die Vernetzung zwischen gedruckter Zeitung und Internet-Angebot sowohl redaktionell als auch in puncto Anzeigen und Werbung auszubauen.

Schwierig gestaltet sich das Angebot von Bezahlinhalten im Internet. Der BDZV geht davon aus, dass ohnehin maximal 20 Prozent des Umsatzes über Bezahlinhalte zu generieren sei. Die wichtigsten Erlösquellen seien Werbung und Sponsoring. Diese müssten aber noch weitläufiger erschlossen werden: Im vergangenen Jahr sei lediglich ein Prozent der gesamten Werbeinvestitionen ins Internet geflossen. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) habe für die Online-Werbeträger Nettoerlöse in Höhe von lediglich 185 Millionen Euro ermittelt. "Da ist noch viel Potenzial", kommentiert Fuhrmann.
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