BDZV-Präsident Heinen fordert schnelles Ende der Inhalte-Piraterie

Montag, 14. September 2009
BDZV-Präsident Helmut Heinen
BDZV-Präsident Helmut Heinen

Quer durch die Branche wird das Thema Paid Content diskutiert. So auch auf dem Zeitungskongress des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) heute in Fulda. "Wir müssen neue Wege der Refinanzierung finden. Das heißt forschen, ausprobieren, verwerfen und wieder von vorne anfangen - und zwar immer mit der nachdrücklichen Botschaft: Qualitätsinhalte kosten", fordert BDZV-Präsident Helmut Heinen in seiner Eröffnungsrede. Besonders leidenschaftlich wird er bei seiner Forderung nach einem schnellen gesetzlichen Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Es sei nicht länger hinzunehmen, dass aufwändig produzierte Qualitätsinhalte der Zeitungen von Dritten kommerziell genutzt werden, ohne dass auch nur ein Cent an die Verlage zurückfließe. Heinen spricht von "Inhalte-Diebstahl" und "Piraterie". Es müssen endlich Wege gefunden werden, die von dieser Gratiskultur wegführen.

Obwohl Heinen auf das wirtschaftlich schwierigste Jahr seit Jahrzehnten hinweist, spricht er sich - wie schon BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff auf der Jahrespressekonferenz Anfang Juli in Berlin - gegen Subventionen aus. Diese seien "süßes Gift für die unabhängige Publizistik", so Heinen. Er fordert die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Presseerzeugnisse, den Verzicht von Steuern auf den Vertrieb von Informationen sowie die Erweiterung der Möglichkeiten zur Kooperation von Verlagen im Anzeigenbereich. "Man muss endlich durch die Tür gehen", sagt Heinen und bezieht sich dabei auf eine Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, welche eine Änderung der Pressefusionskontrolle als grundsätzlich möglich ansieht.

Trotz der Probleme durch die Wirtschafts- und Finanzkrise, mit der sich die Zeitungsbranche herumschlagen muss, verbreitet Heinen Optimismus: "Wir haben keinen Grund, Kassandra zur Leitfigur der deutschen Zeitungsbranche zu erklären." jm
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